„Last Soul Ultra“

Schmerzen & Schlafentzug: Gewinner lief 94 Stunden

Sport-Mix
18.08.2026 15:17

Ein Lauf-Event in Nordrhein-Westfalen entwickelte sich auf Social Media zum Großereignis. Der „Last Soul Ultra 2026“ brachte die Teilnehmer an ihre Grenzen. Der Sieger des Ultralaufs lief mehr als 630 Kilometer – immer wieder im Kreis.

Bei dem sogenannten „Backyard Ultra“-Format müssen Läufer im Stundentakt eine 6,7 Kilometer lange Strecke absolvieren. Das Besondere dabei: Die Teilnehmer laufen immer wieder im Kreis – und das über mehrere Tage hinweg.

Strenge Regeln
Die Regeln des Ultra-Laufs sind streng: Nur wer die Runde innerhalb einer Stunde beendet, darf zur nächsten antreten. Die Zeit bis zum nächsten Start können die Läufer zum Essen, Schlafen oder Erholen nutzen. Wer nicht rechtzeitig ins Ziel kommt oder nicht pünktlich zur nächsten Runde losläuft, scheidet aus. Das Rennen endet erst, wenn nur noch ein Läufer übrig ist und anschließend eine letzte Runde allein absolviert.

Das Rennen brachte die Läufer körperlich und mental an ihre Grenzen:

Gewinner legte 94 Runden zurück
Nach 94 Stunden und rund 630 Kilometern war am Dienstagvormittag schließlich nur noch ein Läufer im Rennen. Der Amerikaner Mark Dowdle gewann den „Last Soul Ultra“ 2026. Damit setzte er sich gegen den Deutschen Ayyoub „Ello“ El Osrouti durch.

Die Newcomerin Caro Bolte war die „Last Soul“ bei den Frauen:

Extreme Belastung für die Psyche
Die körperliche Belastung bei dem Sport-Format ist extrem. Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigen, wie die Athleten zwischen den Lauf-Runden in ihren Zelten mit der eigenen Psyche kämpfen. Zwischen den 6,7 Kilometer langen Runden bleiben oft gerade einmal zehn bis 15 Minuten Zeit, um sich so gut es geht zu erholen.

Newcomerin holte sich Sieg bei den Frauen
Bei den Frauen holte sich überraschend eine Newcomerin den Sieg. Die Deutsche Caro Bolte startete zum ersten Mal bei einem Backyard Ultra. Dabei lief sie über 52 Stunden lang und überbot damit den Rekord einer deutschen Frau bei einem dieser Bewerbe um genau eine Runde. Im Zuge des Rennens kam Bolte zwei Nächte lang fast ohne Schlaf aus.

Auf Social Media löste der Backyard Ultra einen regelrechten Hype aus. Im Livestream auf YouTube verfolgten rund 40.000 Menschen durchgehend die Läufer. Allgemein scheinen sich Ultra-Läufe auf Social Media immer größerer Beliebtheit zu erfreuen. Als der 28-jährige Deutsche Arda Saatçi im Frühling mehr als 600 Kilometer durch die USA lief, verfolgten ihn dabei Millionen Menschen via Livestream.

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