Mit „Liquid Presence“ zeigt Pop-art-Künstler Franz Josef Baur ein außergewöhnliches Zusammenspiel aus Kunst, Mode und Performance. Gemeinsam mit Tänzerin Rebecca Horner und Fotograf Jakob Kotzmuth macht er sichtbar, wie sich Körper, Farbe und Form durch Bewegung ständig verändert.
Kunst, die nicht stillsteht: Genau darum geht es im neuen Projekt „Liquid Presence“ von Franz Josef Baur. Der Künstler entwickelte gemeinsam mit der Tänzerin Rebecca Horner und dem Fotografen Jakob Kotzmuth ein kollaboratives Kunst- und Fashion-Experiment, das die Grenzen zwischen Körper, Kleidung und Skulptur bewusst verschwimmen lässt.
Im Zentrum stehen Baurs besondere Fadenkleider, gefertigt aus einer Vielzahl einzelner Textilfäden. Doch diese umschließen den Körper nicht im klassischen Sinn und definieren ihn auch nicht neu als starre Form. Vielmehr reagieren sie auf jede Bewegung der Tänzerin. Sie schwingen, heben sich, lösen sich voneinander und setzen sich im nächsten Augenblick wieder neu zusammen.
„Streicheleinheit für die Seele“
Für Rebecca Horner ist die Zusammenarbeit mit dem Wahl-Wiener mehr als ein künstlerisches Projekt. „Mit FJ zu arbeiten ist für mich eine Auszeit vom hektischen Alltag und Streicheleinheit für die Seele“, sagt die Tänzerin. Genau diese Ruhe und Freiheit spiegeln sich auch in den Bildern wider: Die Konturen beginnen zu verschwimmen, die Silhouette wird instabil, fließend und entzieht sich der eindeutigen Form.
Auch Fotograf Jakob Kotzmuth hält in seinen Bildern fest, was eigentlich kaum festzuhalten ist: Bewegung. Für ihn zeigt das Projekt den Körper „nicht als feste Form, sondern als etwas ständig Veränderndes“. Die Fadenarbeiten von Franz Josef Baur würden dabei zu beweglichen Skulpturen und im Moment eingefangen, bevor sie sich wieder auflösen und verändern.
Mut zur Veränderung
Franz Josef Baur selbst versteht „Liquid Presence“ auch als Kommentar auf eine Zeit, in der vieles im Wandel ist. „Wir haben nicht immer eine feste Form“, sagt der Künstler. „Wir dürfen uns verändern, bewegen und neu entdecken.“
Mit Rebecca Horner habe er genau diese Idee verkörpern wollen. Sie trage die Arbeit nicht nur, sagt Baur – sie mache sie lebendig. Entstanden ist dadurch ein leises, poetisches und zugleich kraftvolles Projekt, das zeigt: Die schönsten Dinge entstehen oft dann, wenn Menschen den Mut haben, sich zu bewegen und ihrem eigenen Impuls zu folgen.
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