Einbruch bei der Ernte

„Der Weizenpreis muss dringend nach oben gehen“

Burgenland
05.08.2026 18:00

Die Dürre hat die Landwirtschaft fest im Griff. Auch für die Bauern im Burgenland wird ihr Minusgeschäft immer größer. AMA und Landwirtschaftskammer fordern Unterstützung ein.

Seit 1970 wurde im Burgenland noch nie so wenig Getreide geerntet wie heuer. Die Prognosen waren von 256.000 Tonnen ausgegangen, geworden sind es laut Statistik Austria 219.000. Der Minderertrag von 37.000 Tonnen entspricht rund 1500 Lkw-Ladungen.

Nikolaus Berlakovich, Präsident der burgenländischen Landwirtschaftskammer, sieht „die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit regional erzeugten Lebensmitteln gefährdet“. AMA-Chef Günter Griesmayr macht sich diesbezüglich weniger Sorgen: „Es werden ausreichend Mengen für die Herstellung von Brot, Mehl und Backwaren zur Verfügung stehen.“

Aber: Was bedeutet das für den Konsumenten? Wird Brot bald zum Luxusgut?

Der Weizenpreis an der Pariser Warenterminbörse lag gestern bei 221 Euro je Tonne. Die Produktionskosten für einen Landwirt betragen dafür laut AMA-Verwaltungsratsvorsitzenden Lorenz Mayr 300 Euro. Also ein veritables Minusgeschäft. „Der Weizenpreis muss dringend nach oben gehen.“ Zum Vergleich: Zu Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 kostete eine Tonne kurzzeitig bis zu 440 Euro. Billiger geworden ist Brot seither jedenfalls nicht.

Auch um die Sonnenblumen ist es heuer schlecht bestellt.
Auch um die Sonnenblumen ist es heuer schlecht bestellt.(Bild: Reinhard Judt)

Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen befürchtet man auch für die Herbstkulturen wie Sonnenblume, Sojabohne, Körnermais, Zuckerrübe, Ölkürbis und Wein deutliche Ertragsausfälle.

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Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um Maßnahmen zur wirtschaftlichen Abfederung der Betriebe zu ergreifen.

Nikolaus Berlakovich, LK-Präsident

„Unsere Bauern bangen um die wirtschaftliche Zukunft“, sagt Berlakovich, der breite Unterstützung vom Bund einfordert. „Es braucht ein wirksames Dürre-Maßnahmenpaket. Möglich wären eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge und der Agrarinvestkredite, Zuschüsse aus Mitteln der EU-Agrarkrisenreserve zur Abfederung der hohen Betriebsmittelpreise und ein Zinsenzuschuss bei Betriebsmittelkrediten.“

Die Dürreschäden lassen sich laut Hagelversicherung noch nicht finanziell beziffern. In Österreich sind rund 80 Prozent der Ackerbauern und 40 Prozent der Grünlandbetriebe gegen Dürre versichert.

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