Menschen von nebenan

Wasserrettung: „Es gibt mehr Nichtschwimmer“

Wien
15.06.2026 11:00

Dominik Wiest (47) ist seit 13 Jahren ehrenamtlich bei der Wasserrettung des Samariterbundes. Was er dabei so alles erlebt, erzählt er der „Krone“ im Interview.

„Krone“: Herr Wiest, wie sind Sie zur Wasserrettung des Samariterbundes gekommen?
Dominik Wiest: Ich habe mich immer für Erste Hilfe interessiert und irgendwann haben mir die Kurse nicht mehr gereicht. Ein Kollege von mir war damals Sanitäter, also habe ich auch die Ausbildung gemacht. Es macht mir einfach Spaß, Menschen zu helfen. Zwei Jahre später kam schließlich die Wasserrettung dazu.

Was sind Ihre Einsätze?
Unser Hauptaugenmerk liegt auf Prävention, etwa Schwimmkurse für Kinder. Die primäre Wasserrettung übernimmt in Wien ja die Berufsrettung. Wir unterstützen sie vor allem bei Großveranstaltungen wie dem Donauinselfest.

Wie kann man sich das vorstellen?
Wir sind mit zwei Booten im Einsatz, auf der Alten und Neuen Donau und fahren Patrouille. Wenn der Funkspruch „Person im Wasser“ kommt, beginnen wir mit der Suche. Das kommt zumindest bei uns nicht oft vor. In den vergangenen drei Jahren einmal und die ging positiv aus.

Im Donaukanal ist das Schwimmen zwar erlaubt, aber Wiest (re.) empfiehlt es nicht. Die Strömung ...
Im Donaukanal ist das Schwimmen zwar erlaubt, aber Wiest (re.) empfiehlt es nicht. Die Strömung sei dort rasant.(Bild: Samariterbund)

Was war passiert?
Die Person ging bei Dunkelheit ins Wasser und war plötzlich weg. Passanten schlugen Alarm. Es stellte sich heraus, dass er einfach auf die andere Seite hinübergeschwommen ist und sich dann hinter Steinen versteckt hat.

Was sind die Herausforderungen bei Großveranstaltungen?
Bei Dunkelheit ist schwimmen in der Donau eigentlich verboten. Am Donauinselfest kommt das aber öfter vor, auch weil einige betrunken sind. Hinzu kommen die Brückenspringer. Wir sagen ihnen, dass das verboten ist und klären sie auf. Dann ist meist für ein paar Stunden Ruhe.

Was sind die Gefahren beim Brückenspringen?
Die große Höhe und die geringe Wassertiefe. Bei zehn Meter Sprunghöhe müsste die Tiefe bei sechs Metern sein, in der Donau sind es nur drei bis vier Meter. Und man weiß nie, ob nicht gerade ein Mistkübel oder Einkaufswagerl im Fluss schwimmt.

Gibt es mehr Nichtschwimmer?
Es fällt auf, dass immer mehr Erwachsene nicht schwimmen können. Die gehen in die Donau und können sich kaum über Wasser halten.

Was ist wichtig, wenn man in der Donau schwimmt?
Eine Schwimmboje sollte immer mit dabei sein und eigentlich sollte man zu zweit ins Wasser gehen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung