Diana Ispas (47) ist als Frau im Taxigewerbe noch in der absoluten Minderheit. In der „Krone“ erzählt sie, wie sie in die Branche eingestiegen und warum sie geblieben ist.
Sie gilt nach wie vor als klassische Männerdomäne: die Taxibranche. Doch in vielen Städten – auch in Wien – sitzen inzwischen immer mehr Frauen hinter dem Steuer eines Taxis und bringen die Fahrgäste sicher ans Ziel. Eine davon ist Diana Ispas.
„Krone“: Seit wann sind Sie denn auf Wiens Straßen unterwegs?
Diana Ispas: Ich bin schon seit stolzen 18 Jahren Taxifahrerin. Angefangen hat es aber als Notlösung, als Plan B sozusagen. Doch geblieben bin ich bis heute.
Also war es nicht Ihr Traumberuf?
Eigentlich wollte ich Fremdenführerin werden. Während der Ausbildung habe ich begonnen, nebenbei mit dem Taxi zu fahren, um Geld zu verdienen. So habe ich dann gleich die Stadt besser kennengelernt. Ich komme nämlich aus Rumänien.
Erinnern Sie sich an eine besondere Fahrt oder einen speziellen Fahrgast?
Eigentlich passiert jeden Tag irgendetwas Besonderes. Kein Gast ist gleich. Aber einmal ist ein Mann mit einem Christbaum zu mir ins Taxi eingestiegen. (lacht) Der Baum war über einen Meter hoch.
Ist schon einmal etwas Negatives vorgefallen?
Nein, bis jetzt habe ich echt Glück gehabt und mir sind schlechte Erfahrungen erspart geblieben. Ich fahre grundsätzlich aber auch nur tagsüber.
Warum fahren Sie nicht nachts?
Eben, um ungute Situationen zu vermeiden. Ich bekomme oft eindringliche Einladungen auf Getränke oder Cocktails. Ich verbringe lieber Zeit mit meiner Familie.
Wie ist es als Frau in so einem männerdominierten Beruf zu arbeiten?
Es hat Vor- und Nachteile. Manche Kollegen sehen mich als die Hübsche, die ein bisschen Hilfe braucht. Auf der anderen Seite gibt es aber auch welche, die sehr abwertend sind und sich denken ’Naja, Frau und Taxi fahren’.
Das hängt sehr stark von der eigenen Erziehung und Bildung ab. Erst vor kurzem hat mir ein Kollege den Vorrang genommen und sich ungeniert am Taxistand vorgedrängt.
Haben Sie es als Frau leichter oder schwerer?
Viele Fahrgäste freuen sich, mit einer Frau zu fahren. Sie schätzen meine Fahrweise und das saubere Auto.
Warum arbeiten so wenige Frauen als Taxilenker?
Vielleicht denken viele, dass die Branche gefährlich ist. Dem ist aber nicht so. Ich würde mir wirklich mehr Kolleginnen wünschen.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.