230 km/h durch Wien

„Rennchampion“ nach Verfolgungsjagd gefasst

Wien
15.06.2026 11:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine wilde Verfolgungsjagd durch Wien und Niederösterreich endete Sonntagfrüh mit der Festnahme eines 39-jährigen Russen. Der Raser, der in Salzburg lebt, hatte sich einer Polizeikontrolle entzogen und anschließend mit seinem silbernen VW mit bis zu 230 km/h die Flucht ergriffen.

Die Beamten wollten den Pkw gegen 6.30 Uhr in der Faulmanngasse kontrollieren. Doch anstatt anzuhalten, gab der Lenker Gas und raste mit teilweise bis zu 160 km/h durch die Bezirke Wieden und Favoriten. Dabei ignorierte er mehrere rote Ampeln, fuhr über Busspuren und entgegen der Fahrtrichtung. Mehrere Autofahrer mussten laut Polizei abrupt bremsen oder ausweichen. Passanten sprangen auf die Seite, um sich in Sicherheit zu bringen.

Schwerer Unfall knapp verhindert
Über die Südautobahn (A2) führte die Flucht schließlich Richtung Graz. Dort beschleunigte er auf bis zu 230 km/h. Besonders gefährlich wurde es bei der Ausfahrt IZ Süd/Nord: Der Lenker wechselte laut Polizei bei hohem Tempo mehrfach die Fahrspuren. Ein schwerer Massenunfall konnte offenbar nur knapp verhindert werden.

Flucht endet an Zaun
Im Industriegebiet setzte die Polizei die Verfolgung fort. Auf dem Gelände eines Autohauses versperrten Polizisten schließlich den Fluchtweg. Der 39-Jährige wich über einen Feldweg aus und krachte ungebremst gegen einen Zaun. Der schwer beschädigte Pkw blieb stehen.

Der Lenker sowie zwei Mitfahrer wurden festgenommen. Ein Alkotest ergab 0,44 Promille. Zudem bestand der Verdacht einer Suchtgiftbeeinträchtigung, eine amtsärztliche Untersuchung verweigerte der Mann jedoch. Die Beamten stellten außerdem fest, dass für das Fahrzeug keine gültige Zulassung bestand. Gegen den 39-Jährigen lagen zudem offene Verwaltungsstrafen von rund 22.000 Euro vor.

Zeugenaufruf:

Personen, die durch die Fahrweise des 39-jährigen Pkw-Lenkers gefährdet wurden, werden ersucht, sich beim Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Margareten unter der Telefonnummer 01 31310 DW 55226 zu melden.

„Absoluter Rennchampion“
Auf sein Verhalten angesprochen, zeigte sich der Mann wenig einsichtig. Laut Polizei bezeichnete er sich selbst als „absoluten Rennchampion“ und erklärte, dass er nicht damit gerechnet hatte an diesem Tag, von der Polizei eingeholt zu werden. Es folgten mehrere Anzeigen.

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