Acht Jahre vermisst

Getötet, verscharrt: Mordanklage im Fall Jenni

Oberösterreich
15.06.2026 11:20

Fast acht Jahre hatte Jenni Scharinger als vermisst gegolten – seit die damals 21-jährige Jus-Studentin im Jänner 2018 aus ihrer Wiener Wohnung verschwunden war. Ende 2025 legte dann der Ex-Freund der jungen Frau ein Tatgeständnis ab. Nun liegt die Mordanklage gegen ihn vor.

Nie hatte die Mutter des Opfers gedacht, dass ihr geliebte Tochter sich freiwillig abgesetzt hätte – wie der Freund der „Abgängigen“ lange behauptet hatte. Und die pensionierte Lehrerin hatte deshalb nie aufgehört, zu Jennis mysteriösem Verschwinden zu recherchieren; und Grabungen in einem Wald im Bezirk Hollabrunn Grabungen durchzuführen. Wo sie die Leiche ihres Kindes vermutet hatte.

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Fast acht Jahre hindurch hat Jennis Mutter unermüdlich dafür gekämpft, dass das Verbrechen an ihrem Kind endlich aufgeklärt wird.

Andreas Schweitzer, Anwalt der Opferfamilie

Im Herbst vergangenen Jahres war Clemens T. –  der sich 2024 in Mairon K. hatte umbenennen lassen – laufend mehr ins Visier der Kripo geraten. Ein Lockvogel war mit ihm über eine Dating-App in Kontakt gekommen, der nun 33-Jährige Niederösterreicher hatte daraufhin in Chats viel über Methoden, wie eine Leiche am besten zu entsorgen sei, geschrieben...

Der nun Mordangeklagte vor einigen Monaten bei einem Lokalaugenschein, in Wien-Brigittenau.
Der nun Mordangeklagte vor einigen Monaten bei einem Lokalaugenschein, in Wien-Brigittenau.(Bild: Martin A. Jöchl)

Ende 2025 legte der gelernte Gärtner dann ein Tatgeständnis ab. Er habe seine Ex-Freundin am Vormittag des 22. Jänner 2018 in deren Wohnung in Wien-Brigittenau im Zuge eines Streits „unabsichtlich erwürgt“, gab er damals der Kripo zu Protokoll. Anschließend hatte er die Beamten zu einem einsamen Waldstück in Allentsteig gebracht, wo er die Leiche des Opfers einst unter Laub und Ästen abgelegt hatte.

Seitdem sitzt er in der Justizanstalt Josefstadt in Untersuchungshaft ein. Längst wurde er von Gerichtspsychiater Peter Hofmann untersucht. Diagnose: Der Beschuldigte leide an einer schweren Persönlichkeitsstörung mit starken narzisstischen Tendenzen. Er habe einen ausgeprägten Kontrollzwang, reagiere auf Zurückweisungen mit Aggression.

Fakt ist: Jenni Scharinger hatte sich von dem Mann trennen wollen...

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Mein Klient sagt, dass er sehr darüber erleichtert ist, ein Geständnis abgelegt zu haben. 

Astrid Wagner,  Verteidigerin des Beschuldigten

Wie Mairon K. in den Jahren nach dem Verbrechen gelebt hat? Er arbeitete unregelmäßig, ging immer wieder neue Beziehungen ein, die nicht selten wegen seiner Aggressionsausbrüche beendet wurden. Einige seiner Ex-Partnerinnen befinden sich – wegen schlimmer Erlebnisse mit ihm – in psychotherapeutischer Behandlung. Zuletzt hatte er mit einer neuen Freundin in einem Haus in Niederösterreich gewohnt. Auch sie hatte ihn im Herbst 2025 angezeigt, nachdem er sie geschlagen hatte.

Wann der Prozess gegen den 33-Jährigen stattfinden wird, steht noch nicht genau fest. Der Termin sollte noch im Sommer sein.

Dem wegen Mordes Angeklagten droht im Falle eines Schuldspruchs lebenslange Haft; plus Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum, für unbestimmte Zeit. Und damit die schlimmste Strafe, die in Österreich verhängt werden kann.

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