Teil kommt ins Museum

Wal „Timmy” wird jetzt zu Biodiesel verarbeitet

Ausland
09.06.2026 13:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Buckelwal „Timmy“, dessen Schicksal in den vergangenen Monaten viele Menschen bewegt hatte, wird nach seinem Tod in Dänemark verarbeitet. Das bestätigte das beauftragte Unternehmen. 

Laut dem Recyclingunternehmen Daka Denmark werden die Überreste in einer Anlage in Randers in mehrere Bestandteile getrennt. Das Fett des Tieres, etwa aus der Speckschicht, wird zu Biodiesel verarbeitet. Das übrige organische Material wird laut „Focus Online“ zu Biomasse aufbereitet und später als Brennstoff in einer Zementfabrik genutzt. Gereinigtes Wasser wird anschließend wieder in die Umwelt abgegeben. 

Teile in Museum ausgestellt
Ein Teil von „Timmy“ soll jedoch erhalten bleiben: Einige Knochen des Buckelwals werden an das Naturhistorische Museum in Kopenhagen übergeben und dort wissenschaftlich aufbewahrt.

Timmys Reise

  • Der Wal war Anfang März erstmals in der Ostsee nahe Wismar gesichtet worden. Nachdem er aus Fischernetzen befreit worden war, strandete das Tier mehrfach an verschiedenen Orten.
  • Eine private Initiative brachte den geschwächten Wal schließlich mit einem Spezialschiff zurück aufs Meer.
  • Wenige Tage später wurde „Timmy“ jedoch tot vor der dänischen Küste gefunden.

Obduktion ohne klares Ergebnis
Eine Obduktion eines Expertenteams war am 5. Juni ohne Ergebnis geblieben. Zunächst wurde der gelb-bräunliche Kadaver genau begutachtet und vermessen. Anschließend wurde der Wal mit einem länglichen Messer aufgeschnitten, um Luft aus dem stark aufgeblähten Tier abzulassen. Danach wurde er geöffnet und über Stunden zerteilt. Rund um das Tier lagen zeitweise Organe und Eingeweide.

Der Wal war nach mehreren Strandungen und einer aufwendigen Rettungsaktion Mitte Mai tot vor der ...
Der Wal war nach mehreren Strandungen und einer aufwendigen Rettungsaktion Mitte Mai tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt worden.(Bild: Cover Media /glomex.com)
(Bild: AFP/-)

Eine Verletzung sei nicht zu erkennen gewesen, was jedoch auch an der Verwesung liegen könnte. Zwar seien Parasiten festgestellt worden, die seien jedoch nicht für den Tod verantwortlich. Klar ist auch, dass das Tier mit dem Bubennamen „Timmy“ – wie bereits vermutet – ein Weibchen war.

Bei einem Blick ins Maul und in den Magen des Wals seien zudem keine Netze oder andere Gegenstände festgestellt worden, erklärte Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen.

Die Daten eines am Tier angebrachten Ortungssenders werden derzeit ausgewertet. Die Behörden hoffen, dadurch neue Erkenntnisse über die Ursachen des ungewöhnlichen Irrwegs und den Tod des Buckelwals zu gewinnen.

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