Tränen-Appell

Marius: „Jeder Sonntag könnte der letzte sein“

Royals
09.06.2026 10:38

Trotz 40 Anklagepunkten und schwerer Vergewaltigungsvorwürfe darf Marius Borg Høiby (29) auf eine baldige Freilassung hoffen. Nach dramatischen Schilderungen über den Gesundheitszustand seiner Mutter Mette-Marit ordnete ein Gericht seine Entlassung aus der Untersuchungshaft an.

„Eingesperrt zu sein, während meine Mutter so krank ist, ist unerträglich“, erklärte Høiby laut norwegischen Medien vor dem Bezirksgericht in Oslo. Besonders ein Satz ging unter die Haut: „Jeder Sonntag, an dem wir uns sehen, könnte das letzte Mal sein.“

Kronprinzessin Mette-Marit (52) leidet an einer unheilbaren Lungenfibrose. Ihr Gesundheitszustand hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. In der vergangenen Woche wurde sie deshalb auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt.

Gericht stellt Familienschicksal über Haftgründe
Das Bezirksgericht Oslo ordnete deshalb am Montag die Freilassung Høibys an. Die Richter kamen zu dem Schluss, dass eine weitere Untersuchungshaft angesichts des kritischen Gesundheitszustands seiner Mutter unverhältnismäßig wäre.

Dabei erkannte das Gericht ausdrücklich an, dass weiterhin eine Rückfallgefahr bestehen könnte. Dennoch überwog nach Ansicht der Richter die außergewöhnliche familiäre Situation.

Wegen der fortschreitenden Lungenfibrose benötigt Mette-Marit im Alltag mittlerweile einen ...
Wegen der fortschreitenden Lungenfibrose benötigt Mette-Marit im Alltag mittlerweile einen Beatmungsschlauch und wartet nun auf eine neue Lunge.(Bild: APA-Images / Action Press / Dutch Press Photo Agency)

„Ich bin vollkommen clean“
Vor Gericht beteuerte Høiby zudem, er habe sein Leben geändert. Er sei „vollkommen clean“ und wolle nach seiner Freilassung nicht feiern oder ausgehen. Stattdessen plane er, wieder in sein früheres Jugendzimmer auf dem royalen Anwesen Skaugum einzuziehen.

Sein Ziel sei es, in dieser schweren Zeit ausschließlich für seine Familie da zu sein und möglichst viel Zeit mit seiner Mutter zu verbringen.

Schwere Vorwürfe gegen den Kronprinzessinnen-Sohn
Die Freilassungsentscheidung bedeutet allerdings keine Entwarnung für Høiby. Gegen den 29-Jährigen läuft weiterhin ein aufsehenerregender Strafprozess.

Von Anfang Februar bis Mitte März musste er sich wegen insgesamt 40 Anklagepunkten vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem die Vergewaltigung von vier Frauen sowie Gewalttaten gegen eine frühere Freundin vor. Nach Angaben der Anklage sollen die mutmaßlichen Opfer geschlafen oder bewusstlos gewesen sein.

Høiby weist die schwerwiegendsten Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und sieben Monate Haft, die Verteidigung verlangt einen Freispruch in den Vergewaltigungspunkten.

Marius (rechts) mit seinem Bruder, Prinz Sverre Magnus, und seinem Stiefvater Kronprinz Haakon
Marius (rechts) mit seinem Bruder, Prinz Sverre Magnus, und seinem Stiefvater Kronprinz Haakon(Bild: Rodrigo Freitas / NTB)

Freilassung vorerst gestoppt
Trotz der richterlichen Entscheidung bleibt Høiby zunächst weiter hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft hat umgehend Berufung eingelegt. Nun muss ein höheres Gericht über die Freilassung entscheiden.

Das Urteil im Hauptverfahren wird am 15. Juni erwartet.

Marius – hier an seinem ersten Schultag – mit seiner Mutter Mette-Marit, seinem Stiefvater ...
Marius – hier an seinem ersten Schultag – mit seiner Mutter Mette-Marit, seinem Stiefvater Kronprinz Haakon und seinem leiblichen Vater Morten Borg(Bild: Viennareport)

Høiby ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon und gehört offiziell nicht zum norwegischen Königshaus.

Das norwegische Königshaus hat unterdessen darüber informiert, dass der genaue Zeitpunkt der Lungentransplantation der Kronprinzessin geheim gehalten werden wird. Grund: Es dürfen laut norwegischem Gesetz keine Rückschlüsse auf den Spender gezogen werden können. 

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