Ein harmloser Sager über Wiener Sprachgewohnheiten und plötzlich tobt im Netz ein regelrechter Kulturkampf. Was als charmantes Geplänkel zwischen Tirol und Wien begann, endete für Schauspielerin Katharina Straßer in einer schockierenden Welle aus Beschimpfungen.
Mit einem Augenzwinkern erzählte Katharina Straßer kürzlich in einem Interview mit „Seitenblicke“, dass sie erstmals mit einem Wiener zusammen sei. Ihr Partner habe eine Eigenheit, die sie besonders amüsiert: Er sage zu Kakao „Gaugau“. „Das finde ich hart“, scherzte die Innsbruckerin lachend vor der Kamera.
Ein Satz, der eigentlich nach sympathischem Bundesländer-Necken klang. Doch nachdem „Seitenblicke“ den Ausschnitt auf Facebook unter dem Kommentar „Wenn eine Innsbruckerin und ein Wiener zusammenkommen“ veröffentlicht hatte, kippte die Stimmung überraschend schnell.
Von Schmäh zu Shitstorm
Unter dem Posting sammelten sich binnen kurzer Zeit zahlreiche abfällige Kommentare. Statt über Dialekte, Sprachgewohnheiten oder Wiener Eigenheiten zu diskutieren, richtete sich die Kritik zunehmend persönlich gegen die Schauspielerin.
Straßer reagierte schließlich selbst – sichtbar irritiert über die Heftigkeit der Reaktionen. In einem Video auf ihren Social-Media-Kanälen sprach sie offen über ihre Fassungslosigkeit.
„Ich verstehe nicht, was hier abgeht“, sagt die Schauspielerin. Was als lockere Anekdote gedacht gewesen sei, habe plötzlich eine Welle an Beschimpfungen ausgelöst. Teilweise liest sie in dem Video sogar einige Kommentare vor und zeigt sich überrascht, dass Nutzer derartige Beleidigungen unter ihrem Klarnamen veröffentlichen.
„Das geht nicht“
Besonders beschäftigt Straßer dabei nicht nur die Kritik an ihrer Person, sondern der allgemeine Umgangston im Netz.
„Es geht mir wirklich zu weit“, erklärt sie. Zwar könne sie selbst mit Anfeindungen umgehen, doch viele andere Menschen würden durch solche Kommentare verletzt oder verunsichert werden. Man könne nicht einfach jede Emotion ungefiltert in Kommentarspalten hinausschreiben.
Die Schauspielerin appelliert daher an mehr Respekt im digitalen Miteinander – und stellt die Frage, warum ein harmloser Scherz über einen „Gaugau“ überhaupt derart viele Menschen triggern konnte.
Hier finden Sie Straßers wichtige Video-Botschaft eingebunden:
ORF reagiert auf die Hass-Kommentare
Mittlerweile hat auch die Redaktion von „Seitenblicke“ reagiert. In einem Statement erinnert die ORF-Sendung daran, dass Diskussionen, unterschiedliche Meinungen und Kritik ausdrücklich erwünscht seien.
Für persönliche Angriffe, Beleidigungen oder respektlosen Umgang gebe es jedoch keinen Platz. Die Redaktion appelliert an die Community, in den sozialen Netzwerken einen respektvollen Ton zu wahren.
Damit hat ein kurzer Scherz über Kakao und Dialekt etwas ausgelöst, womit wohl niemand gerechnet hätte: Aus einem liebenswerten Sprach-Unterschied zwischen Tirol und Wien wurde innerhalb weniger Tage das wohl ungewöhnlichste Social-Media-Aufreger-Thema des Jahres – das „Gaugau“-Gate.
Zum Schluss noch ein Gedanke: Die Geschichte zeigt, wie schnell aus einer harmlosen Anekdote eine hitzige Debatte werden kann. Über einen „Gaugau“-Sager darf man schmunzeln, diskutieren oder auch anderer Meinung sein. Was wir jedoch nicht unterstützen, sind persönliche Angriffe und Beschimpfungen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn die Diskussion bei uns sachlich und respektvoll bleibt. Ein guter Schmäh funktioniert schließlich auch ohne Beleidigungen.
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