Wurde 81 Jahre alt
„Körperwelten“-Erfinder Gunther von Hagens tot
Der deutsche Mediziner und Leichenpräparator Gunther von Hagens, der vor allem durch die Ausstellung „Körperwelten“ bekannt geworden ist, ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren, wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa am Montag aus seinem Umfeld erfuhr.
Von Hagens litt schon seit vielen Jahre an einer Parkinson-Erkrankung. Der Mediziner entwickelte in den 1970er-Jahren in Heidelberg eine Konservierungstechnik von Leichen zu anatomischen Präparaten, die weltweit Millionen durch seine „Körperwelten“-Ausstellungen bekannt wurde.
Politischer Gefangener in der DDR
Von Hagens wurde 1945 bei Posen im heutigen Polen als Gunther Liebchen geboren. Später nahm er den Namen seiner ersten Ehefrau an. Er begann 1965 in Jena Medizin zu studieren, geriet dann in politische Gefangenschaft der DDR und wurde von der Bundesrepublik freigekauft. An der Universität Heidelberg promovierte er.
Vorwurf der Verletzung der Menschenwürde
Seit den 1970er-Jahren widmete er sich dann der Plastination und gründete dafür in den 1990er-Jahren ein privates Unternehmen, das Institut für Plastination. Seine Plastinate zeigte er auch in Ausstellungen – Kritiker des Leichenpräparators sehen darin die Menschenwürde verletzt.
2006 gründete von Hagens im brandenburgischen Guben die Gubener Plastinate GmbH, Geschäftsführer ist sein Sohn Rurik von Hagens. In der Werkstatt werden die Präparate, die von Körperspendern stammen, aber auch Tierplastinate hergestellt. In einer gläsernen Werkstatt können Besucher den Herstellungsprozess mitverfolgen.
Plastinate stammen von Körperspendern
Die menschlichen Plastinate stammen von Körperspendern, die zu Lebzeiten verfügten, dass ihr Körper nach dem Tod der Wissenschaft zur Verfügung stehen soll. 2017 etwa waren nach Angaben des Instituts für Plastination rund 16.680 Menschen in dem Körperspenderprogramm registriert. Die weltweite Konzeption der Ausstellungen betreut von Hagens zweite Ehefrau Angelina Whalley.
Museum in Berlin war umstritten
In Berlin öffnete 2015 ein Museum mit Plastinaten am Alexanderplatz. Der Bezirk Mitte wollte das von Beginn an verhindern mit der Argumentation, dass die ausgestellten Körper auch nach dem Konservierungsverfahren Leichen seien und deshalb bestattet werden müssten. Nach Gerichtsurteilen passte das Museum dann seine Schau an.








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