„Unerlaubte Beziehung“
MeToo-Fall im Iran: 99 Peitschenhiebe für Filmstar
Nach einer landesweiten MeToo-Debatte im Iran ist der Filmstar Pejman Dschamschidi laut seiner Verteidigung zwar vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Hiebe gibt es jedoch trotzdem.
Das Gericht habe den 48 Jahre alten Schauspieler nämlich wegen einer „unerlaubten Beziehung“ zu 99 Peitschenhieben verurteilt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf seine Verteidigung.
Dem Bericht zufolge kann das Urteil vor dem obersten Gerichtshof angefochten werden. Eine Stellungnahme der Justiz lag zunächst nicht vor.
Im Oktober hatte eine junge Schauspielerin den Filmstar zunächst anonym angezeigt. Er wurde kurzzeitig festgenommen, verließ jedoch das Land, als er auf Kaution freikam. Er wies die Anschuldigungen stets zurück. Der Fall hatte eine landesweite Debatte über Gewalt und die Machtverhältnisse in der iranischen Filmbranche ausgelöst. Im Zuge der landesweiten Debatte wandte sich die Klägerin damals kurze Zeit später an die Öffentlichkeit. Dschamschidi kehrte in den Iran zurück.
In Extremfällen droht Todesstrafe
Der Fall reiht sich ein in eine globale Debatte, die mit dem Fall Harvey Weinstein im Herbst 2017 begann und seither in vielen Ländern die Strukturen von Macht und Schweigen infrage stellt. Auch im Iran gibt es seit einigen Jahren eine vorsichtige MeToo-Bewegung. Doch der öffentliche Umgang mit sexueller Gewalt ist geprägt von Misstrauen, Tabus und rechtlichen Hürden. Außereheliche Beziehungen im Iran sind gemäß islamischer Rechtsauffassung verboten. In Extremfällen können Vergewaltiger zum Tode verurteilt werden.









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