Albtraum vor Kroatien

Österreicher stürzt von Luxus-Katamaran: Vermisst!

Österreich
27.07.2026 12:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Segeltörn vor der kroatischen Adriaküste ist für eine Gruppe österreichischer Urlauber zum Albtraum geworden. Bei schwerem Unwetter ging ihr 46-jähriger Skipper vor der Insel Šolta über Bord und verschwand in der rauen See. Während die sechs weiteren Österreicher an Bord unverletzt blieben, läuft eine groß angelegte Suche nach dem Mann.

Wie mehrere kroatische Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden berichten, ereignete sich das Unglück am Sonntag gegen 9.10 Uhr rund sechs Seemeilen (etwa elf Kilometer) südlich der Insel Šolta im Aquatorium von Split. Die siebenköpfige österreichische Gruppe war am Vortag von Trogir nach Maslinica auf Šolta gesegelt und wollte ihre Reise am Sonntag in Richtung Korčula und Hvar fortsetzen.

Skipper wollte Tau am Heck kontrollieren
Nach Angaben von Ivan Paušić, Leiter des Navigation Safety Service der Hafenmeisterei Split, bemerkte der Skipper während eines Wendemanövers, dass sich ein Tau um den Propeller gewickelt hatte. Er begab sich deshalb zum Heck des Katamarans, um die Situation zu überprüfen.

In diesem Moment herrschten laut den Behörden äußerst schwierige Wetterbedingungen mit starkem Wind und hohen Wellen. Der 46-Jährige wurde über Bord geschleudert und geriet möglicherweise in den Bereich der Schiffsschrauben. Die übrigen Personen an Bord versuchten noch, ihm ein Seil zuzuwerfen. Wenige Minuten später verloren sie ihn jedoch aus den Augen, berichten kroatische Medien.

Große Suchaktion mit Booten und Flugzeug
Der Notruf wurde über die Notrufnummer 112 an das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) in Rijeka weitergeleitet. Daraufhin starteten die kroatischen Behörden eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion. Zum Einsatz kamen gleich mehrere Boote und ab etwa 11.42 Uhr auch ein Flugzeug der kroatischen Luftwaffe.

Später wurde die Suche unter anderem mit einem Hubschrauber und weiteren Einsatzkräften fortgesetzt. Am Montag suchten die Behörden zusätzlich mit einer Drohne im Gebiet zwischen Šolta und Drvenik nach dem Vermissten. Bislang blieb die Suche jedoch erfolglos.

Restliche Besatzung in Sicherheit gebracht
Die sechs weiteren österreichischen Staatsbürger wurden laut den Behörden rasch lokalisiert. Ein von der Charterfirma gestellter Ersatz-Skipper brachte den Katamaran anschließend in Sicherheit.

Luxus-Katamaran erst seit 2025 im Einsatz
Bei dem Schiff handelt es sich um einen gecharterten Luxus-Katamaran des Typs „Bali 5.8“, der nach Berichten kroatischer Medien unter dem Namen „Bali Angelina“ fährt. Das erst 2025 gebaute Schiff ist rund 17,7 Meter lang, verfügt über fünf Gästekabinen sowie einen Crew-Bereich und bietet Platz für bis zu zwölf Personen.

Der Katamaran gehört einer kroatischen Chartergesellschaft. Je nach Saison kostet eine Woche an Bord laut aktuellen Charterangeboten mehrere zehntausend Euro. In der Hauptsaison liegen die Basispreise bei bis zu rund 30.000 Euro, mit Skipper und weiteren verpflichtenden Zusatzleistungen können die Gesamtkosten auf deutlich über 34.000 Euro steigen.

Keine Hinweise auf technische Probleme
Nach bisherigem Stand der Ermittlungen gibt es laut den kroatischen Behörden keine Hinweise auf Alkohol, technische Defekte am Schiff oder Fremdeinwirkung. Die Untersuchungen und die Suchaktion werden vom kroatischen Ministerium für Meer, Verkehr und Infrastruktur koordiniert.

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