Reist nach Washington

Netanyahu: Atomprogramm Irans zurückgeworfen

Außenpolitik
27.07.2026 12:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sieht das iranische Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen. Zudem habe man in den gemeinsamen Angriffen mit den USA 20 Atomwissenschaftler Irans ausgeschaltet, sagte er.

Israels Militär hatte im Juni 2025 zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Damals hatte Netanyahu bereits von einer Zerstörung des Atomprogramms gesprochen. Wenig später wurde wieder zurückgerudert. „Das bedeutet nicht, dass sie nicht versuchen können, das wieder aufzubauen, aber wir haben sie um mehrere Jahre zurückgeworfen“, sagte Netanyahu jetzt zum US-Sender Fox News.

Am 28. Februar hatte der Iran-Krieg mit erneuten gemeinsamen Angriffen begonnen. Zuletzt eskalierte der Krieg zwischen den USA und dem Iran nach einer Waffenruhe wieder. Sollte der Iran Israel direkt oder über Stellvertreter angreifen, wäre das ein „schwerer Fehler“, denn man würde sehr kraftvoll antworten, sagte Netanyahu.

Lässt sich über Trumps Pläne informieren
Der Politiker wird am Dienstag zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington erwartet. Er wolle hören, was Trump im Iran-Kontext vorhabe, sagte Israels Regierungschef. In vielerlei Hinsicht liege die Entscheidung nämlich bei ihm, Trump sei „ein guter Freund“. In den vergangenen Monaten war mehrfach spekuliert worden, dass sich das Verhältnis der beiden Politiker verschlechtert haben könnte. So hatte Trump Netanyahu etwa im Verlauf des Kriegs mehrmals öffentlich zurückgepfiffen und als „verrückt“ bezeichnet. Netanyahu beklagte wiederum, wenig Einfluss auf Entscheidungen zu haben.

Am Dienstag will der Israeli auch an der Trauerfeier für den gestorbenen Senator Lindsey Graham teilnehmen. In seiner zweiten Amtszeit traf sich Trump bereits mehrmals mit Netanyahu. Wie berichtet, will Trump laut seinem UNO-Botschafter der Diplomatie im Iran wieder eine Chance geben. Die Führung in Teheran bleibt skeptisch. Die angekündigte Pause der US-Angriffe wird laut einem Insider als Taktik gewertet.

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