Brände in Südeuropa

Spaniens Minister warnt vor verfrühtem Optimismus

Ausland
27.07.2026 12:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Montag sind Fortschritte bei der Bekämpfung der Brände in Spanien und Frankreich erzielt worden. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnt allerdings vor verfrühtem Optimismus. „Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam“, sagte er.

Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Ein Mann soll trotz Verbots (wegen der hohen Temperaturen) schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Regierung im Jahr 1968. Die betroffene Fläche entspricht etwa 65.000 Fußballfeldern.

Am heutigen Montag sollen die ersten Evakuierten zurückkehren können, darunter die Bewohnerinnen und Bewohner eines Altenheims und Campinggäste. Zusätzlich zu dem Feuer in Ávila toben auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt. Insgesamt waren zuletzt ungefähr 90.000 Menschen von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffen.

Hier toben derzeit Waldbrände:

Die Karte zeigt stark betroffene Gebiete durch Waldbrände in Südeuropa. Besonders betroffen sind Regionen um Bordeaux in Frankreich sowie Madrid und Valencia in Spanien. Quelle: EFFIS.

Waldbrände bei Bordeaux „stabil“
Bei Bordeaux in Frankreich versuchte die Feuerwehr am Montag, die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. „Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat“, sagte der Bürgermeister des Vororts Cestas, Jerome Steffe. Die Lage wurde insgesamt aber als „stabil“ bezeichnet. Auch aus diesem Gebiet wurden Tausende Menschen in Sicherheit gebracht, darunter zahlreiche Touristinnen und Touristen. Die Brände waren vergangene Woche an der Atlantikküste ausgebrochen, die nur wenige Kilometer entfernt ist.

Zumindest vorübergehend half jetzt die Witterung: Es sei weniger windig, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte. Der aktivste Brandherd befinde sich zwischen Marcheprime und Pierroton südwestlich von Bordeaux. Am Montag sei die Zahl der Brandherde in Südfrankreich im Vergleich zum Sonntag zurückgegangen. Unter Kontrolle sei der Waldbrand aber nach wie vor nicht, hieß es. Die Feuerwehr befürchtet zudem eine Verschärfung der Lage am Dienstag, da für die Region Gironde Temperaturen von über 40 Grad Celsius angekündigt sind.

In Italien kämpfen die Einsatzkräfte ebenfalls seit dem Wochenende gegen verschiedene Brände in mehreren Regionen, darunter auf der Halbinsel Gargano in Apulien. Hunderte Touristinnen und Touristen mussten dort mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Auch auf den großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sowie in der Region Kalabrien kämpften die Feuerwehrleute am Montag gegen lodernde Brände.

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