Schmerz statt Eingriff

Verheerende OP-Odyssee für Urgroßmutter aus Wien

Wien
08.06.2026 17:00

Die 79-jährige Mindestpensionistin aus Wien erzählt im Gespräch mit der „Krone“ ihren komplizierten Leidensweg. Wartezeiten für Operationen verschärfen die heimische Gesundheitskrise ...

Es ist eine Geschichte, die kein Einzelfall ist und zugleich ein Schlaglicht auf ein Gesundheitssystem wirft, das immer öfter an seine Grenzen stößt. Eine 79-jährige Urgroßmutter aus Wien wartet monatelang auf eine notwendige Operation an der Lendenwirbelsäule. Was nach Routineeingriff klingt, wird für sie zur nervenaufreibenden Odyssee – geprägt von Schmerzen, Ungewissheit und Angst.

Im Detail: Alles beginnt im September des Vorjahres. Der behandelnde Arzt stellt den Antrag für die Operation, ein Termin wird im heurigen Februar angesetzt. Endlich eine Perspektive für die Mindestpensionistin, endlich ein Ende der Beschwerden. Doch kurz vor dem Eingriff folgt der nächste Tiefschlag – die Operation wird abgesagt. Nicht etwa mit einem persönlichen Gespräch oder rechtzeitiger Information, sondern still und leise.

Alltag als Herausforderung, kein Geld für Privatarzt
Dreistes Detail: Im Nachhinein fragt man die Patientin, warum sie (!) die OP abgesagt habe (siehe Faksimile des Gedankenprotokolls). Die Betroffene im Gespräch mit der „Krone“: „Die Tage werden beschwerlicher, die Nächte länger. Schlaf ist kaum noch möglich, der Alltag wird zur Herausforderung. Nur, weil es keine OP für mich gibt.“ Schneller würde es im privaten Bereich gehen, aber Kosten von 10.000 bis 15.000 Euro sind unleistbar.

Das Gedankenprotokoll der betagten Patientin erschüttert.
Das Gedankenprotokoll der betagten Patientin erschüttert.(Bild: Krone KREATIV/Jeff Mangione/Kurier/picturedesk.com, zVg.)

Teil eines größeren Problems
Dieser Fall ist eben kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Problems. In Österreich müssen Patienten, wie berichtet, immer länger auf Operationen warten. Die Ärzteschaft warnt die Verantwortlichen: „Der Spardruck ist mittlerweile unerträglich, nicht nur bei den OPs. Aufgrund fehlender Nachsorge steigen gleichzeitig Reoperationen und Komplikationen. Wir brauchen endlich politische Lösungen statt Streiterei.“

Für die Wienerin gab es übrigens jetzt doch noch einen Termin im Juni, ihr Arzt hat alle Hebel in Bewegung gesetzt.

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