Prozess in Eisenstadt

Haftstrafen nach Einbruchserie mit dem Funk-Trick

Burgenland
08.06.2026 16:00

Mit einem „Code-Grabber“ fingen zwei Bulgaren das Signal von Funkschlüsseln ab – so verschafften sie sich Zugang zu prinzipiell versperrten Autos im Nordburgenland und Niederösterreich und nahmen Bargeld sowie Wertsachen an sich.

Die zwei mehrfach einschlägig vorbestraften Bulgaren, Mitte 30, haben im Februar und April 2025 nachweislich in Parndorf, Neusiedl am See (beide Burgenland) und Bruck an der Leitha (NÖ) zugeschlagen. Beide bekennen sich beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt des gewerbsmäßigen Diebstahls durch Einbruch schuldig und bitten unisono um Verzeihung. „Es wird nie wieder vorkommen, versprochen!“

„Leider“ eine schlechte Idee
Verwendet wurde ein sogenannter Code-Grabber, mit dem das Signal eines Funkschlüssels abgefangen wird und sich das abgesperrte Fahrzeug anschließend mühelos öffnen lässt. Ein solches Gerät kostet im einschlägigen Fachhandel an die 5000 Euro. „Ich habe es in Rumänien auf einem Flohmarkt um 500 erworben und wollte beim Weiterkauf einen Gewinn machen“, sagt das Mastermind. „Dann bin ich leider auf die schlechte Idee gekommen, es selbst auszuprobieren.“

Via Headset war er mit dem Schmiere-Steher während der Diebstähle telefonisch verbunden. „Er hat mich dann gewarnt, wenn das Opfer aus dem Lokal oder dem Geschäft gekommen ist.“

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Manchmal war nichts drinnen, das ich hätte mitnehmen können.

Das Mastermind vor Gericht

Acht Fälle dokumentiert
Wie viele Autos tatsächlich geknackt wurden, lässt sich nur erahnen. Schließlich vermeiden die meisten Fahrer, Wertsachen oder gestapelte Geldscheine im Handschuhfach aufzubewahren. „Manchmal war nichts drinnen, das ich hätte mitnehmen können.“ Dokumentiert sind jedenfalls acht Fälle mit einem Gesamtschaden von 670 Euro – also wenig mehr als der Einkaufswert des „Code-Grabbers“. Sichergestellt wurden 1000 Euro Bargeld.

Weil es in den meisten Fällen beim Versuch geblieben ist, kommen die Männer glimpflich davon. Bei einem Rahmen von sechs Monate bis fünf Jahren Haft fasst der Hauptangeklagte 21 Monate aus (davon 14 bedingt), sein Kompagnon 14 (davon zehn bedingt). Der Schaden muss gutgemacht werden. Im Fall der Rechtskraft wird der Drahtzieher nach Bulgarien überstellt. Dort ist noch eine Gefängnisstrafe offen.

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