GUTEN MORGEN

Ätsch im Match | Nichts zu entscheiden

Ätsch im Match. Die jubelnde österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger streckt die Arme in die Höhe – ein Bild, das diese Woche um die Welt ging. Oder doch vorwiegend nur durch die kleine österreichische Welt? Was passiert war: Österreich wurde zu einem der sogenannten „nicht-ständigen Mitglieder“ im UN-Sicherheitsrat für zwei Jahre gewählt. Dort sitzen wir – wie es schon mehrfach der Fall war - neben den ständigen Mitgliedern USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Deutschland, das dort noch immer nicht als ständiges Mitglied vertreten ist, verlor – ätsch – im Match mit Österreich. Wirklich „ätsch“? Im Sicherheitsrat, der so ohnmächtig wie wahrscheinlich nie zuvor wirkt, wird Österreich die Welt kaum retten.

Nichts zu entscheiden. Den Jubel der Außenministerin scheinen die Österreicher nur sehr gebremst zu teilen. Wenn überhaupt. So wollten wir in unserer „Frage des Tages“ diese Woche von unseren Lesern und Usern wissen: „Braucht Österreich einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat?“ Eine Dreiviertelmehrheit sagte „Nein“. Auch in den Kommentaren auf den „Krone“-Leserbriefseiten und auf krone.at wird eher nicht gejubelt. Außerordentlich skeptisch äußert sich das blaue Urgestein Andreas Mölzer heute in seiner Kolumne: Er erinnert daran, dass uns die Außenministerin expressis verbis erkläre, dass Österreich nun wieder am Tisch sitze, „wo über Frieden, Sicherheit und Stabilität entschieden wird“. Dabei sollte uns schon klar sein, findet Mölzer, „dass Österreich gemeinsam mit anderen nicht-ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats wie Liberia, Simbabwe, Trinidad, Kirgistan und Kongo schlicht und einfach gar nichts zu entscheiden hat“. Zwar zugespitzt – aber sicher ein Bild, das auch andere gewinnen.

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