Für viele fußballbegeisterte Kinder und Erwachsene gehört das Sammeln und Tauschen von Panini-Stickern zum fixen Bestandteil vor jeder Großveranstaltung. Doch für ein volles Album muss man tief in die Tasche greifen.
Eine Packung mit sieben Stickern kostet in Österreich 1,50 Euro. Verkauft werden sie in rund 7000 Geschäften. Mit 980 Stickern ist die heurige Ausgabe die bisher umfangreichste. Das liegt daran, dass beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada erstmals 48 Teams auf 112 Seiten vertreten sind.
Pro Land gibt es 20 Sticker mit 18 Spielern, dem Wappen des Teams und einem Mannschaftsfoto, dazu kommen Sondersticker. Wer nicht mit anderen tauscht, muss mit Kosten von rund 1500 Euro für ein volles Stickeralbum rechnen.

Früher Redaktionsschluss
Das Heft enthält jedoch auch Spieler, die bei der WM fehlen werden. Der Grund dafür ist nach Panini-Angaben der frühe Redaktionsschluss. Da erst seit 1. Juni die Kader aller 48 Teilnehmerländer final feststehen, verspricht Panini aber ein „Update-Set“. Dieses soll dann während der Weltmeisterschaft erscheinen. Aus Österreich finden sich die 18 Konterfeis alle auch im ÖFB-Kader wieder. Für den einzigen „Nuller“ kann der Hersteller nichts: Offensivmann Christoph Baumgartner verletzte sich und muss bei der WM zuschauen.
Simulation ergibt Kosten von 1549,36 Euro
Rein rechnerisch liegen die Kosten für ein vollständiges Album ohne doppelte Sticker bei 210 Euro. Da man doppelte Pickerl aber nicht verhindern kann, liegen die wahren Kosten um ein Vielfaches höher. Eine vom deutschen Nachrichtenportal „Focus online“ durchgeführte „Monte-Carlo-Simulation“, die auch im Glücksspielsektor angewendet wird, ergab, dass im Schnitt über 1000 Packungen gekauft werden müssten, um das Heft zu füllen. Das entspricht Kosten von 1549,36 Euro, bei einer Fehlertoleranz von 15 Euro.
Panini mit Sitz in Modena bringen die Fußball-Sticker einen Milliardenumsatz. Laut einem Bericht des US-Portals „The Athletic“ kalkulieren die Italiener heuer mit Einnahmen von mehr als 1,2 Milliarden Euro, bei der nächsten WM 2030 sollen es 1,3 Milliarden Euro sein. Das Unternehmen produziert zwar auch Sammelkarten für Mangaklassiker wie „Dragon Ball“, Kollektionen für Disney-Serien oder „Marvel“-Superhelden, das Kerngeschäft sind aber die Fußball-Großereignisse.
Doch die Panini-Sammelalben gehören nach der WM 2030 und 60 Jahren auch bei FIFA-Turnieren der Geschichte an. Der Fußball-Weltverband schloss mit Fanatics, dem Mutterkonzern des US-Herstellers Topps, einen ab 2031 gültigen Langfristlizenzvertrag für Sammelkarten und Pickerln ab.
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