Kultur oder Vögel?

Neue Euro-Scheine: So können Sie mitbestimmen

Wirtschaft
24.07.2026 17:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Euro-Scheine, die Millionen Menschen täglich in Händen halten, sollen ein völlig neues Aussehen bekommen. Doch bevor die Europäische Zentralbank (EZB) eine Entscheidung trifft, sind erstmals die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Noch bis zum 21. September kann online darüber abgestimmt werden, welche Motive künftig die neuen Banknoten zieren sollen.

Die EZB hat zehn Entwürfe für die nächste Generation der Euro-Banknoten vorgestellt und lädt Menschen in Europa dazu ein, ihre Favoriten auszuwählen. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 21. September.

Online über die neuen Banknoten abstimmen
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei der Präsentation der Entwürfe die Bedeutung der Beteiligung: „Während des gesamten Prozesses wollten wir sicherstellen, dass die Stimmen der Europäer Gehör finden, denn wenn wir die Banknoten drucken, gehören diese Banknoten Ihnen.“

Je mehr Menschen ihre Stimme abgäben, desto besser könnten die neuen Banknoten die Vielfalt und die Werte Europas widerspiegeln.

Zwei Themenwelten stehen zur Wahl
Die Bürgerinnen und Bürger können zwischen zwei unterschiedlichen Gestaltungslinien wählen:

  • Unter dem Motto „Europäische Kultur“ zeigen die Vorderseiten berühmte Persönlichkeiten aus der europäischen Geschichte, darunter Ludwig van BeethovenMarie Curie und Leonardo da Vinci. Die Rückseiten stellen Szenen aus dem kulturellen Leben dar, etwa Straßenkünstler oder ein Sängerfest.
5-Euro-Schein: Maria Callas (griechische Opernsängerin)
5-Euro-Schein: Maria Callas (griechische Opernsängerin)(Bild: Europäische Zentralbank)
10-Euro-Schein: Ludwig van Beethoven (deutscher Komponist und Pianist)
10-Euro-Schein: Ludwig van Beethoven (deutscher Komponist und Pianist)(Bild: Europäische Zentralbank)
20-Euro-Schein: Marie Curie (polnisch-französische Physikerin und Chemikerin)
20-Euro-Schein: Marie Curie (polnisch-französische Physikerin und Chemikerin)(Bild: Europäische Zentralbank)
100-Euro-Schein: Leonardo da Vinci (italienischer Maler, Bildhauer und Universalgelehrter)
100-Euro-Schein: Leonardo da Vinci (italienischer Maler, Bildhauer und Universalgelehrter)(Bild: Europäische Zentralbank)
200-Euro-Schein: Bertha von Suttner (österreichische Schriftstellerin und ...
200-Euro-Schein: Bertha von Suttner (österreichische Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin)(Bild: Europäische Zentralbank)
  • Die zweite Themenwelt trägt den Titel „Flüsse und Vögel“. Sie rückt die Vielfalt und Widerstandskraft der Natur Europas in den Mittelpunkt. Zu sehen sind unter anderem der Eisvogel und der Weißstorch. Die Rückseiten zeigen europäische Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB.
5-Euro-Schein: Mauerläufer
5-Euro-Schein: Mauerläufer(Bild: Europäische Zentralbank)
10-Euro-Schein: Eisvogel
10-Euro-Schein: Eisvogel(Bild: Europäische Zentralbank)
50-Euro-Schein: Weißstorch
50-Euro-Schein: Weißstorch(Bild: Europäische Zentralbank)
100-Euro-Schein: Säbelschnäbler
100-Euro-Schein: Säbelschnäbler(Bild: Europäische Zentralbank)
200-Euro-Schein: Basstölpel
200-Euro-Schein: Basstölpel(Bild: Europäische Zentralbank)

Hier dürfen auch Sie mitentscheiden.

Die Notenbank weist darauf hin, dass die Designer zwar feste Vorgaben erhielten, die Entwürfe aber deren eigene künstlerische Interpretation darstellen. Welche Elemente später tatsächlich auf den Banknoten erscheinen, steht daher noch nicht fest.

Mehr Sicherheit und längere Haltbarkeit
Mit der neuen Banknotenserie verfolgt die EZB mehrere Ziele. Verbesserte und innovative Sicherheitsmerkmale sollen Fälschern das Handwerk erschweren. Gleichzeitig sollen die neuen Scheine langlebiger sein und ihre Herstellung die Umwelt weniger belasten.

Außerdem sollen die Banknoten für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen künftig leichter unterscheidbar und besser erkennbar sein.

Entscheidung fällt Ende 2026
Welche Entwürfe letztlich umgesetzt werden, entscheidet voraussichtlich Ende 2026 der EZB-Rat. Bis die neuen Euro-Scheine tatsächlich in den Geldbörsen der Menschen landen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.

Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Jänner 2002 eingeführt. Die derzeitige zweite Banknotenserie mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ist seit Mai 2019 vollständig im Umlauf. Anders als viele frühere nationale Währungen zeigen die aktuellen Euro-Scheine keine realen Bauwerke, sondern fiktive Brücken, Fenster und Tore.

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