




In der Diözese Gurk gibt es etwa 500 Orgeln, somit hat die Hälfte der Kirchen eine Orgel. In wenigen besonderen Gotteshäusern stehen gar mehrere Instrumente. In Ossiach werden nach der Sanierung sogar alle drei gleichzeitig erklingen.
„Sie ist einen Ganzton höher gestimmt als der Kammerton a1“, verrät Alois Gaggl eine Besonderheit der Knoller-Orgel in der Stiftskirche Ossiach. Der Stiftsorganist muss daher transponieren, also die Stücke in eine andere Tonart versetzen. „Bei einfachen Liedern geht das während des Spielens im Kopf, bei komplexeren Kompositionen notiere ich alles“, erzählt Gaggl, der am Mozarteum Kirchenmusik studiert hat und sich als Obmann des Orgelvereines Ossiach intensiv mit den Instrumenten, deren Erbauern und zur Restaurierung beauftragten Orgelbaumeistern beschäftigt.





Derzeit ist Tomaž Močnik mit einem Team in Ossiach, um an der Knoller-Orgel zu arbeiten. „Auf den Pfeifenstöcken hat sich eine etwa einen halben Zentimeter dicke Staubschicht gebildet“, weiß Gaggl, denn vor 50 Jahren war die Orgel zuletzt gereinigt worden.
Močnik und sein Team reinigen die Pfeifen und ergänzen Fehlendes.
Ist ist so schön, in Ossiach Organist zu sein!
Alois Gaggl, Stiftsorganist und Obmann des Orgelvereines Ossiach
Die Orgeln der Stiftskirche Ossiach schätzt auch Wolfgang Kogert, der Orgelkurator des Carinthischen Sommers: Am Sonntag, 5. Juli (10 Uhr), bringt der Organist mit Streichern und dem Gesangsensemble Company of Music das Lotus-Offertorium von Tamara Friebel zur Uraufführung, ein Auftragswerk des Carinthischen Sommers. Friebel, die neben Komposition auch Architektur und Theologie studierte, versteht es meisterhaft, Räume zum Klingen zu bringen. An dem Sonntag erklingt zudem Mozarts Missa brevis.
Künftig erklingt auch Literatur für drei Orgeln
Kommende Woche wird Orgelbaumeister Tomaž Močnik die Knoller-Orgel auf der Südempore am Nonnenchor stimmen. „Der Ganzton Unterschied bleibt natürlich, aber die Orgel passt dann zu den beiden anderen in der Kirche. Am Orgelsonntag 14 Tage vor Palmsonntag, wo ich mit dem Organisten Michael Wandaller bisher auf zwei Orgeln spielte, können wir künftig Literatur bringen, die für drei Orgeln geschrieben ist!“, freut sich Gaggl. „Im Salzburger Dom werden gar alle fünf Orgeln gleichzeitig gespielt.“
Alte Lady, Maestro und die Kleine: Die drei Instrumente
Die Knoller-Orgel von Ossiach – im Orgelverein liebevoll „Alte Lady“ genannt – dürfte um 1680 erbaut worden sein; von Franz Knoller. „Lange hieß es, der stammte aus Villach, aber mittlerweile weiß man, dass er ein St. Veiter Orgelbauer war“, so Gaggl. Das Instrument war die frühere Hauptorgel und stand im Chor auf der Westseite.
„Die kleine Orgel“ stand bis 1978 in der Kirche St. Magdalena bei Feistritz im Gailtal. Sie trägt das Wappen und die Initialen von Abt Edmund Iblpacher (1641-1725 ) und wurde wohl zur Begleitung des Stundengebetes der Mönche verwendet.
Die „Maestro“ ist die „Wilhelm Backhaus-Gedächtnis-Orgel“, benannt nach dem Pianisten Wilhelm Backhaus, der in der Stiftskirche Ossiach sein letztes Klavierkonzert beim 1. Carinthischen Sommer 1969 spielte, einen Schwächeanfall erlitt und danach verstarb. Durch Verzicht auf sein Honorar legte der Künstler den finanziellen Grundstein zur Anschaffung einer neuen Orgel. Erbaut wurde diese Orgel 1971 von der Firma Metzler aus der Schweiz.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.