Kritik in Tschechien

Notenbank-Chef warnt vor verfrühtem Euro-Beitritt

Wirtschaft
21.07.2026 17:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Tschechiens Zentralbankchef Ales Michl hat gegen einen verfrühten Euro-Beitritt seines Landes gewarnt. Überhaupt hätten Ministerpräsident Andrej Babis und Präsident Petr Pavel „unangebrachte Ideen“, sagte er.

Babis sei ein „Sammelsurium-Ministerpräsident, der einer Idee im Stile Trumps folgt: Je billiger das Geld, desto besser“, führte Michl in einem Interview mit der „Financial Times“ aus. Dem Druck des tschechischen Regierungschefs nachzugeben, würde die Preisstabilität gefährden.

Ebenso kritisch äußerte sich der Notenbankchef über die Kampagne von Präsident Pavel für eine Einführung des Euro. Die tschechische Wirtschaft habe sich noch nicht ausreichend der Währungsunion angenähert, sagte er. Ein verfrühter Beitritt zur Eurozone könne die Inflation durch steigende Kosten und Löhne anheizen. Die Zentralbank müsse unabhängig bleiben. Pavel hatte argumentiert, es sei „eindeutig besser, mit am Tisch zu sitzen, an dem die Entscheidungen getroffen werden, als vor der Tür zu warten“.

„Mag flexible Wechselkurse“
Die tschechische Nationalbank (CNB) hatte im Juni den Leitzins erstmals seit vier Jahren um einen Viertelpunkt auf 3,75 Prozent angehoben. Sie begründete dies mit dem Lohnwachstum und dem allgemeinen Inflationsdruck. Michl sagte nun, eine flexible Währung zu bevorzugen. „Ich mag flexible Wechselkurse, und die Aufwertung der Krone ist ein Instrument zur Inflationsbekämpfung.“

Grundsätzlich sind alle EU-Staaten, mit der Ausnahme Dänemark,  verpflichtet, den Euro einzuführen. Es gibt dafür jedoch keinen festen Zeitplan. Tschechien ist seit 2004 EU-Mitglied. Bulgariens Regierung hat erst im Jänner den Euro eingeführt. Ungarns neuer Ministerpräsident Péter Magyar strebt das bis etwa 2030 an.

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