„Krone“-Kommentar

Der Wettlauf um die Universitäten

Kolumnen
04.06.2026 09:00
Porträt von Georg Wailand
Von Georg Wailand

Der Aufschrei ging durchs ganze Land: Es könne doch nicht sein, so tönte es, dass bei der Finanzierung der Universitäten gespart werde, das vernagelt doch die Zukunft unseres Landes.

Für eine schnelle erste Reaktion war das verständlich. Klingt doch gut: Mehr Unis sind besser für unsere Zukunft, dafür muss genug Steuergeld da sein.

Wer allerdings einen genaueren Blick auf die Uni-Struktur wirft, muss erkennen: Österreichs Universitäten sind gut dotiert, im Klartext: Wir haben in der EU das zweitteuerste Uni-System (gleich nach Frankreich). Im Wahljahr 2024 wurden die Unibudgets um 22 Prozent höher als im Jahr davor angesetzt. Von einem „Aushungern“ kann demnach keine Rede sein.

Von einem Prestigewettlauf um Uni-Standorte allerdings schon: Bei uns gibt es viel mehr Unis und Privathochschulen als im ähnlich großen Bayern. Warum? Weil sich die Politik bei uns mit einer „Uni“ in der Öffentlichkeit schmücken möchte. So wie jeder Landespolitiker auf ein eigenes Spital in seiner Gegend verweisen möchte – und sei es noch so klein.

Ja, Universitäten sind wichtig für unsere Zukunft. Aber einen Prestigewettlauf auf Steuerkosten braucht es deshalb nicht.

Jetzt hat gerade ein britischer Investmentfonds die (private) Sigmund Freud Universität bei uns aufgekauft. Wir haben die klugen Köpfe hierzulande, aber braucht es für jedes Spezialfach eine eigene Universität? Ist Qualität da nicht wichtiger als die Quantität?

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