Die „Krone“ in Sölden

Ortschef nach Unwetter: „That‘s Life in Bergen“

Tirol
30.07.2026 14:02

„Jetzt müssen wir halt wieder arbeiten, in die Hände spucken. That‘s Life in den Tiroler Bergen“: Ernst Schöpf, Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Sölden, schildert im „Krone“-Interview das heftige Unwetter vom Mittwoch und ist heilfroh, dass es keine Verletzten gab.

Nach dem heftigen Unwetter samt Murenabgängen im Tiroler Tourismusort Sölden im hinteren Ötztal am Mittwoch laufen die Aufräumarbeiten am Donnerstag weiter auf Hochtouren. Feuerwehren und andere Helfer stehen seit den Abend- und Nachtstunden im Dauereinsatz.

„Oha, da kommt es dicke!“
Besonders betroffen war der Ortsteil Vent. Bürgermeister Ernst Schöpf schildert, wie er das Unwetter erlebt hat. Bereits im Laufe des Tages seien Quellwolken und Gewitter entlang des Alpenhauptkamms angekündigt gewesen. Am Abend habe sich die Wetterlage jedoch rasch verschärft. Beim Blick in Richtung Venter Tal gegen 20.30 Uhr habe er sich dann gedacht: „Oha, da kommt es dicke!“

Von den sogenannten Rofenhöfen im Ortsteil Vent sei kurze Zeit später dann die Meldung eingegangen, dass eine Mure den Parkplatz erfasst und bereits Fahrzeuge mitgerissen habe. Schöpf spricht auch von heftigem Wind („Alles, was nicht angehängt war, flog weg“) und Hagel.

Bürgermeister Schöpf schilderte der „Krone“ die Szenen von Mittwochabend.
Bürgermeister Schöpf schilderte der „Krone“ die Szenen von Mittwochabend.(Bild: Christof Birbaumer)

Zufahrtsbrücke zum Klärwerk mitgerissen
„Es hat vielleicht zehn Minuten richtig geregnet, dann war der Himmel schon wieder klar“, beschreibt Schöpf. Wenig später folgte jedoch die nächste Alarmmeldung: Der Wütenbach hatte sich mit großen Mengen an Geschiebe zugesetzt und trat über die Ufer.

Die Mure riss erneut die Zufahrtsbrücke zum Klärwerk mit – dieselbe Brücke war bereits bei Ereignissen in den Jahren 2020 und 2023 beschädigt worden. Besonders tückisch: „Der Einstoß von der Seite führt zum Aufstauen der Ötztaler Ache. Es staut dann zurück bis in den ersten Siedlungsteil.

„Dazwischen war praktisch nichts. Gar nichts“
„Sozusagen am nördlichsten Punkt des Siedlungsgebiets der Gemeinde Sölden und am südlichsten bei den Rofenhöfen hat sich die Musik abgespielt – dazwischen war praktisch nichts. Gar nichts“, erklärte der Bürgermeister. Das Unwetter habe sich damit auf einen recht kleinen Bereich konzentriert.

„Zum Glück keine Verletzten“
Trotz der großen Sachschäden ist Schöpf in erster Linie froh, dass „zum Glück niemand verletzt wurde.“ Das habe oberste Priorität – sowohl für die Bevölkerung als auch für die zahlreichen Einsatzkräfte.

Die Aufräumarbeiten sieht der Bürgermeister gelassen: „Jetzt müssen wir halt wieder arbeiten, in die Hände spucken. That‘s Life in den Tiroler Bergen.“

Das gesamte Interview sehen Sie im Video oben!

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