„Krone“-Kommentar

Tabakindustrie: Die Fluchtwege

Kolumnen
25.07.2026 06:00
Porträt von Georg Wailand
Von Georg Wailand

Es ist eine der am härtesten angegriffenen Branchen der Welt: Die Tabakindustrie steht seit Jahren wegen der von ihr verursachten Gesundheitsschäden im Brennpunkt der Kritik. Von Werbeverboten über Verkaufsverbote – die Liste der Attacken ist lang. Und was hat es geholfen, sind die Tabakkonzerne vom Markt verschwunden? Wird nicht mehr geraucht?

 Im September 2018 haben sich in der UNO-Zentrale in New York 93 große Institutionen verpflichtet, sich aus der Tabakindustrie als Investoren total zurückzuziehen. Pensionsfonds & Co, die 6000 Milliarden Dollar veranlagten, gaben keinen Cent mehr. Und jetzt, acht Jahre später, ist diese Branche aber dennoch lebendiger denn je! Wie war das möglich?

 Die Tabakkonzerne änderten ihre Strategie: Weg vom Rauch, hin zu weniger schädlichen Alternativen. Eine „rauchfreie Zukunft“ war die Ansage. Philip Morris will bis 2030 zwei Drittel des Umsatzes mit rauchfreien Produkten machen.

Haben die Investoren ihr Geld verloren? Wohl nicht, denn Philip Morris-Aktien sind seit Herbst 2018 um 180 Prozent im Wert gestiegen.

Aus einem Crash-Szenario wurde eine Win-win-Situation: Die Schäden durch den Tabakrauch sind gesunken, alternative Produkte ersetzen die „gewissenlosen Krankmacher“, eine Industrie hat ihre Lektion gelernt. Das hat Zeit gebraucht, aber eine gute Lösung gebracht. Daran könnten sich andere Branchen ein Beispiel nehmen …

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