Politisches Cordoba. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika hat noch gar nicht begonnen – und dennoch könnte es heute ein weiteres Cordoba geben. Wie das? Was ist da gemeint? Zur Erinnerung für alle, die später geboren wurden: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien feierte Österreich in Cordoba einen Sieg, der im Gedächtnis als ähnlich bedeutend, wenn nicht sogar beinahe noch wichtiger als der WM-Titel angesehen wurde und wird - denn damals schlug Österreich den ewigen Rivalen und für unsere Fußballer vermeintlich unbesiegbaren Goliath Deutschland und schickte den Titelverteidiger damit frühzeitig nach Hause. Auf anderer Ebene – im UNO-Sicherheitsrat – könnten wir heute Deutschland wieder einmal eine Niederlage bescheren, eine Art politisches Cordoba.
Vielleicht gewonnen. Einen Hauch von Cordoba sieht auch „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz. Dieser liege heute über der UNO-Abstimmung für die zehn zweijährigen Sitze (ohne Vetorecht) im UNO-Sicherheitsrat. Denn sowohl Österreich wie Deutschland rittern in einer Kampfabstimmung um den Sieg, wobei es um die zwei Sitze für Westeuropa geht. Dafür hatten sich Portugal und Österreich frühzeitig angemeldet, danach grätschte Deutschland hinein. Da Portugal als gesetzt gilt, muss zwischen Deutschland und Österreich über den zweiten Platz entschieden werden. Einer wird leer ausgehen müssen. Doch Politik-Beobachter Kurt Seinitz ist sich sicher: „Dieser Sitz im UNO-Sicherheitsrat wäre keine Belastung des, deutsch-österreichischen Feingefühls´wert.“ Da hat er wohl recht. Viele meinen sogar: Verlieren wir dieses Cordoba, bekommen wir diesen Sitz also nicht, haben wir vielleicht sogar gewonnen…
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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