Favorit „ohne Zusage“. Grob getäuscht haben sich die Regierungsspitzen und deren Vasallen an der Spitze des ORF-Stiftungsrates, wenn sie davon ausgegangen sein sollten, mit Ende der Bewerbungsfrist für die Bestellung zum nächsten Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders würde Ruhe einkehren. Nein, nicht einmal relative Ruhe. Ganz im Gegenteil. Jetzt geht das Hauen und Stechen so richtig los. Und Noch-APA-Geschäftsführer Clemens Pig, der nie auch nur ansatzweise dementierte Wunschkandidat von Bundeskanzler Christian Stocker, versucht mittlerweile nicht nur den Bundeskanzler und die Stiftungsräte zu gewinnen, sondern geht auch in der Öffentlichkeit in die Offensive. Wer wird dem Favoriten seine Versicherung abkaufen, er habe keine Zusage, zum Generaldirektor gewählt zu werden?
„Unglücklicher“ Kandidat. Im Interview mit der „Krone“ geht Pig sogar noch weiter. Er habe nicht nur keine Zusage, er habe auch „bis zum heutigen Tag niemanden in dieser Republik ersucht, mir bei dieser Bestellung seine Stimme zu geben oder für mich sogar zu lobbyieren oder sonst irgendwas zu tun“. Im selben Gespräch geht er auch auf verschiedene Gerüchte ein. Nein, er sei kein Freimaurer, wie das in letzter Zeit immer wieder behauptet wird. Und zur „Quasi-Nominierung“ durch ÖVP-Mediensprecher und Generalsekretär Nico Marchetti, der Pig öffentlich ermutigt hatte, sich zu bewerben meint Pig, er sei, als er das gelesen habe, „selber sehr unglücklich darüber“ gewesen. Na, wenigstens das glauben wir jetzt aber gerne!
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