Als Reaktion auf den russischen Drohneneinschlag in Rumänien hat Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) den russischen Botschafter einbestellt. Sie verurteilt den Angriff „aufs Schärfste“ und sichert Rumänien „volle Solidarität“ zu.
„Militärisch und wirtschaftlich steht Russland enorm unter Druck“, so Meinl-Reisinger. Und fügt hinzu: „Die Antwort darauf sind Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung und der Versuch, die Menschen in Europa zu verunsichern. Aber Europa lässt sich nicht einschüchtern. Jeder neue Angriff lässt Europa nur enger zusammenrücken.“
Jeder neue Angriff lässt Europa nur enger zusammenrücken.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS)
Bild: Christian Jauschowetz
Auch Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker verurteilt den Angriff als „verabscheuungswürdig“. Dieser sei eine weitere gefährliche Eskalation und „absolut verwerflich“, erklärte Stocker.
Ein Video vom Einschlag der Drohne in das Hochhaus:
Auch Stocker bekräftigt europäische Bemühungen zur Widerstandsfähigkeit
Man stehe in „voller Solidarität hinter unseren Freunden und Partnern in Rumänien“ und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Laut Stocker unterstütze Österreich zudem uneingeschränkt die gemeinsamen europäischen Bemühungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Verteidigungsfähigkeiten gegen die Bedrohung durch Drohnenangriffe.
Kommen nun neue EU-Sanktionspakete gegen Russland?
Auch in Rumänien ist inzwischen der russische Botschafter einbestellt worden. „Wir werden offiziell mitteilen, welche Folgen diese Verantwortungslosigkeit seitens der Russischen Föderation für die diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern haben wird sowie die nächsten Schritte auf europäischer Ebene bezüglich der Sanktionspakete“, erklärt Rumäniens Außenministerin Oana Toiu auf X. Sie bezeichnet den Vorfall als „äußerst schwerwiegend“ und spricht von einer „schwerwiegenden Verletzung des Völkerrechts“.
Putin über Vorfall informiert
Der russische Präsident Wladimir Putin ist über den Drohneneinschlag in Rumänien informiert worden. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Tass am Freitag unter Berufung auf Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Die russische Drohne traf in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Gebäudes aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das rumänische Innenministerium mitteilte. Es hagelte internationale Proteste, unter anderem von NATO und EU.
Fotos: Russische Drohne trifft Hochhaus in NATO-Staat Rumänien
Frankreich: „Russland Bedrohung für europäische Sicherheit“
Der Einschlag zeige nach Einschätzung des französischen Europaministers Benjamin Haddad, dass Russland eine Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellt. „Russland hat nicht nur die Ukraine angegriffen, sondern auch die europäische Sicherheitsarchitektur bedroht“, sagt Haddad dem französischen Rundfunksender RMC. In Frankreich wurde ebenso der russische Botschafter einbestellt.
Mehrfach russische Drohnentrümmer im Grenzgebiet gefunden
Russland greift die benachbarte Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. Dabei gab es auch einzelne Fälle, bei denen Drohnen den Luftraum von NATO-Staaten verletzten. Auch der ukrainische Donauhafen Reni in der Nähe von Galați ist immer wieder Ziel russischer Angriffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest verletzten russische Drohnen 28-mal den rumänischen Luftraum, seit Russland mit den Angriffen auf ukrainische Häfen an der Donau begann.
Am frühen Freitagmorgen stand der ukrainische Donau-Hafen Ismajil nahe der rumänischen Grenze erneut unter Drohnenbeschuss. In den vergangenen Wochen waren zudem ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geraten, was dort für Unruhe gesorgt und die Spannungen mit Russland verschärft hatte.
Die rumänische Stadt Galati war zuletzt im April von einer Drohne getroffen worden, die damals jedoch keine Menschen verletzte. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg. Fast täglich greift Moskau das Nachbarland mit Drohnen und auch mit Raketen an. Rumänien grenzt auf einer Länge von 650 Kilometern an die Ukraine.
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