Italiens Regierung ruft wegen der Ebola-Ausbreitung in Zentralafrika zu „äußerster Aufmerksamkeit“ innerhalb der EU und einer verstärkten Koordinierung bei der Grenzüberwachung auf.
Premierministerin Giorgia Meloni schlägt vor, das Thema Grenzmanagement auf die Tagesordnung des kommenden EU-Gipfels im Juni zu setzen. Zudem wurde eine Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister in der kommenden Woche angeregt. Ziel sei eine bessere Abstimmung zwischen den Mitgliedsstaaten, um mögliche Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten innerhalb Europas zu verhindern, hieß es weiter.
Italienische Ärztin nach Kontakt mit Ebola-Patient in Quarantäne
Eine italienische Ärztin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) ist nach einem Kontakt mit Ebola-Patienten in der Demokratischen Republik Kongo vorbeugend nach Italien zurückgekehrt und wird derzeit im römischen Institut für Infektionskrankheiten „Lazzaro Spallanzani“ unter Quarantäne und aktiver Überwachung betreut. Nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums zeigt die Medizinerin derzeit keine Symptome.
Die Ärztin war am 16. Mai in einer Gesundheitseinrichtung in Salamat in direkten Kontakt mit später bestätigten Ebola-Fällen gekommen. Am 18. Mai führte sie zudem einen notfallchirurgischen Eingriff an einem verletzten Kind durch, das als möglicher Ebola-Verdachtsfall gilt. Das italienische Gesundheitsministerium betonte, es gebe derzeit keine Ebola-Fälle in Italien und das Infektionsrisiko für die Bevölkerung sei sehr gering.

Erster Ebola-Patient im Kongo wieder genesen
Der aktuelle Ebola-Ausbruch war am 15. Mai in der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo erklärt worden, auch Uganda ist betroffen. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) registrierte bisher 1077 Verdachtsfälle, darunter 246 Todesfälle. Die WHO hatte zuletzt von 223 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen seit Beginn des jüngsten Ebola-Ausbruchs gesprochen; zehn Todesfälle seien bestätigt. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO allerdings größer sein. Es war aber auch eine positive Meldung zu vernehmen: Der erste Patient, der sich nachweislich mit dem Ebola-Virus im Kongo seit dem jüngsten Ausbruch infiziert hatte, ist wieder offiziell genesen.
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