An Grenze zu Ukraine
Russische Drohne trifft Hochhaus in Rumänien
Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt. Es hagelte internationale Proteste, unter anderem von NATO und EU.
Das Verteidigungsministerium in Bukarest hatte zuvor erklärt, Russland habe in der Nacht auf Freitag in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galați abgestürzt. Zwei Kampfflugzeuge der Luftabwehr vom Typ F-16 seien um 01:19 Uhr vom Militärstützpunkt Fetești aufgestiegen, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe.
Ein Video vom Einschlag der Drohne in das Hochhaus:
Die Piloten seien befugt gewesen, Drohnen abzuschießen. Die Drohne habe sich vier Minuten lang im rumänischen Luftraum befunden, sagte Brigadegeneral Gheorghe Maxim auf einer Pressekonferenz. Sie sei so tief geflogen, dass sie vom Radar kaum zu orten gewesen sei. Das in Rumänien einsatzbereite US-Drohnenabwehrsystem Merops habe man nicht eingesetzt, da dies in einer Stadt zu riskant gewesen wäre. Die Bewohner der Grenzregionen Braila, Galati und Tulcea waren aufgerufen worden, Schutz zu suchen.
„Schwere Eskalation“
Der EU- und NATO-Staat Rumänien warf Russland nach dem Einschlag eine „schwere und unverantwortliche Eskalation“ vor. Bukarest werde die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraumes zu reagieren, teilt das Außenministerium mit. Rumänien wird es nach den Worten von Präsident Nicusor Dan nicht hinnehmen, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf seine Bevölkerung übergreift.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verurteilte den Angriff auf der Online-Plattform X. „Ich verurteile ihn auf das Schärfste!“, schrieb er. Der russische Drohnenangriff auf Wohngebäude in Rumänien sei eine weitere gefährliche Eskalation und „absolut verwerflich“, erklärte Stocker. Man stehe in „voller Solidarität hinter unseren Freunden und Partnern in Rumänien“ und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Österreich unterstütze zudem uneingeschränkt die gemeinsamen europäischen Bemühungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Verteidigungsfähigkeiten gegen die Bedrohung durch Drohnenangriffe.
NATO-Transfer von Drohnenabwehrkapazitäten
Rumänien habe die Verbündeten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorfall informiert. Zudem habe man darum gebeten, den Transfer von Drohnenabwehrkapazitäten nach Rumänien zu beschleunigen. Die NATO hat Rumänien nach dem Einschlag einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. „Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die NATO wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken – auch gegen Drohnen“, teilte Sprecherin Allison Hart mit. Die NATO warf ihrerseits Russland Rücksichtslosigkeit vor. Sie werde ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter verstärken, erklärt ein Sprecher des Militärbündnisses auf der Social-Media-Plattform X. Dies betreffe auch Drohnen.
Mehrfach russische Drohnentrümmer im Grenzgebiet gefunden
Russland greift die benachbarte Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. Dabei gab es auch einzelne Fälle, bei denen Drohnen den Luftraum von NATO-Staaten verletzten. Auch der ukrainische Donauhafen Reni in der Nähe von Galati ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.
In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Erst vor einem Monat war eine russische Drohne über Galati abgestürzt und traf nach Behördenangaben das Nebengebäude eines Wohnhauses. Verletzt wurde damals niemand. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg. Fast täglich greift Moskau das Nachbarland mit Drohnen und auch mit Raketen an.










Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.