Politik inoffiziell

Lukas übernimmt eine Uniklinik im Dauerstress

Oberösterreich
26.05.2026 15:30

Mit dem neuen Kepler-Uni-Chef Meinhard Lukas verbinden viele Mitarbeiter große Hoffnungen. Der frühere JKU-Rektor übernimmt am Montag allerdings keine Klinik in ruhigem Fahrwasser: Lange OP-Wartezeiten, überlastete Ambulanzen, interne Spannungen und heikle Gerichtsverfahren warten auf ihn.

Wenn der renommierte Uni-Professor Meinhard Lukas am Montag das Linzer Universitätsklinikum betritt, ist er dort längst kein Unbekannter mehr: Der neue Chef des wichtigsten Krankenhauses Oberösterreichs war, wie er der „Krone“ erzählte, selbst lange Zeit Patient in dem Spital. Ein Infekt rang ihn nieder, zahlreiche Behandlungen waren nötig, damit er wieder gesund wurde. Jetzt will er nach einem Hearing und seiner Bestellung voll durchstarten – und das hat diese Klinik – immerhin die zweitgrößte in Österreich – auch dringend nötig.


23.500 Mitarbeiter waren für einen Verantwortliche  zu viel
Auf Lukas wartet ein Berg an Problemen – offen sichtbare ebenso wie solche hinter den Kulissen. Unter seinem Vorgänger Franz Harnoncourt litt die Kommunikation nach innen. Harnoncourt war gleichzeitig Chef des KUK mit seinen 7500 Mitarbeitern und der OÖ Gesundheitsholding mit insgesamt mehr als 16.000 Beschäftigten. Hier den Überblick zu behalten, war kaum möglich.

Lukas muss jetzt das Kunststück schaffen, viele offene Baustellen gleichzeitig anzugehen: die langen OP-Wartezeiten, der Druck auf das Personal, die Belastung der Ambulanzen und die Stimmung im Haus. Gerade intern erwarten sich viele Mitarbeiter einen anderen Führungsstil und wieder kürzere Wege. Denn in einem Krankenhaus dieser Größenordnung entscheiden oft nicht nur Geld oder Struktur über den Alltag, sondern auch Kommunikation und Vertrauen.

Im KUK wurde einer Frau die gesunde Gebärmutter entfernt
Ganz oben auf Lukas’ Agenda wird auch der Fall einer Frau (30) stehen, der im KUK nach einer falschen Diagnose irrtümlich die Gebärmutter entfernt wurde. Hier geht es um Schadenersatzansprüche und Prozesse vor Gericht. Der Fall sorgte weit über Oberösterreich hinaus für Schlagzeilen – und erhöhte den Druck auf die Klinik zusätzlich.

Dazu kommen die Dauerprobleme vieler großer Spitäler: überlastete Ambulanzen, Personalmangel in einzelnen Bereichen und Patienten, die monatelang auf Operationen warten. Gerade das KUK steht dabei besonders im Fokus, weil dort die schwierigsten Fälle des Landes behandelt werden und viele Hoffnungen auf dem Haus lasten.

Lukas wird für all das viel Zeit benötigen. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA bleibt er auf Wunsch von Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) trotzdem. Dass der frühere JKU-Rektor in der Politik bestens vernetzt ist, gilt dort weiterhin als großer Vorteil.

Am Donnerstag endet allerdings Professor Lukas’ Nebenrolle als Kolumnist einer regionalen Zeitung. Zum Abschied schreibt er über Valie Export.

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