„Moyo“ ist da:

Giraffengeburt überraschte Besucher im Tiergarten

Oberösterreich
26.05.2026 10:37
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Eigentlich kommen Giraffen in der Nacht zur Welt, wenn es ruhig ist. Doch dieses Mal nicht. Im Tierpark Schmiding in Krenglbach überraschte der kleine „Moyo“ die Besucher, als während der Öffnungszeiten die Geburt begann. Jetzt ist „Moyo“ schon der Star des Zoos.

Für den Zoo Schmiding ist Moyo bereits das neunte Giraffenjungtier, das in den letzten Jahren hier geboren wurde.

Außergewöhnlich bei dieser Geburt: Sie startete mitten am Tag direkt vor den Augen der Besucher. Meistens finden Giraffengeburten ja nachts oder in den frühen Morgenstunden statt, weshalb solche Momente nur selten direkt beobachtet werden können. Zunächst platzte auf der Außenanlage bei Mama „Sarah“ die Fruchtblase, woraufhin die Tierpfleger sofort reagierten und die werdende Mutter in den Stall brachten, wo die Geburt ungestört stattfinden konnte.

Geburt ging rasch
Zwei vertraute Tierpfleger überwachten die Geburt, damit im Problemfall das Team gleich zur Stelle wäre. Doch das erwies sich zum Glück als nicht notwendig: Zuerst wurden die langen Vorderbeine des Jungtiers sichtbar, kurz darauf auch schon das kleine Schnäuzchen. Sobald schließlich der Kopf geboren war, ging alles ganz schnell – innerhalb weniger Sekunden glitt der restliche Körper nach und der kleine „Moyo“ plumpste, wie bei Giraffen üblich, aus rund zwei Metern Höhe zu Boden.

Mama „Sarah“ mit „Moyo“
Mama „Sarah“ mit „Moyo“(Bild: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

Sturz ist wichtig
„Ein wichtiger Moment, denn genau dieser Geburtssturz hilft dabei, Kreislauf und Atmung des Jungtiers in Gang zu bringen“, erklärt Tierpflegerin Selina Wiener. „Kurz darauf versuchte „Moyo“ bereits aufzustehen und wenig später konnten wir ihn schon beim Trinken der ersten Schlucke Muttermilch beobachtet.“

Giraffen-Know-How
Übrigens: Die Giraffen wurden früher als eine Art mit zahlreichen Unterarten angesehen. Moderne genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Giraffen deutlich stärker voneinander unterschieden werden müssen als lange angenommen. Erst seit 2025 werden Giraffen nach einer Studie der IUCN in vier Arten eingeteilt: die Nord-Giraffe, die Netzgiraffe, die Süd-Giraffe und die Massai-Giraffe.

Unterart vom Aussterben bedroht
„Diese neue Einteilung ist für den Artenschutz sehr wichtig, denn nur wenn genau bekannt ist, welche Arten und Populationen es überhaupt gibt, kann man auch beurteilen, wie stark einzelne Gruppen bedroht sind,“ erklärt Zoodirektor Andreas Artmann. „Unsere Giraffen sind Nubische-Giraffen eine Unterart der Nord Giraffe, sie gehören zu den am meisten gefährdeten Giraffen und wurde von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht klassifiziert. Von ihr leben in der Natur nur noch etwa 455 erwachsene Tiere. Der Nachzucht in den Zoos im Rahmen internationaler Erhaltungszuchtprogrammen kommt daher größte Bedeutung zu.“

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