Jetzt hinter Gittern

Mädels wollten mit Brandserie „berühmt werden“

Gericht
19.05.2026 16:49

Sie nannten sich „Feuerteufel 1040“ – zwei Mädchen, die zig Mülltonnen in Wiener Wohnhäusern in Brand steckten und so einen horrenden Schaden anrichteten. Warum? „Sie sind in einer Beziehung, wurden nicht akzeptiert.“ So wollten sie endlich gesehen werden. Das endet in Haftstrafen.

In Handschellen werden die zwei Mädchen im Wiener Landl vorgeführt. Sie nannten sich die „Feuerteufel 1040“-Bande. Denn die 18- und 19-Jährige haben im letzten November zig Mistkübel in Wiener Wohnhausanlagen mit Zeitungen oder Nagellackentfernern angezündet. Die meisten im 4. Bezirk – daher auch der Name. „Wir wollten in die Geschichtsbücher eingehen“, sollen die Angeklagten laut Staatsanwältin bei der Polizei gesagt haben.

Beinahe Wohnhaus gesprengt
Das haben die Mädchen wohl nicht geschafft, dafür sehen sie sich mit einer saftigen Anklage konfrontiert. Es geht um immerhin 18 Fakten an Brandstiftung – teilweise blieb es beim Versuch. Der folgenschwerste Fall: Ein Müllcontainer stand direkt vor der Hauptgasleitung des betroffenen Hauses. Eine Explosion konnte die Feuerwehr gerade noch verhindern. Der Schaden: über 120.000 Euro. „Wir haben nicht nachgedacht“, sagt die ältere der beiden. 

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Sie sind in einer Beziehung und wurden von ihren Familien nicht akzeptiert. Sie haben nach Aufmerksamkeit und Anerkennung gesucht.

Verteidiger Lukas Hruby

Verteidiger Lukas Hruby erklärt das brisante Motiv der Mädchen: „Sie sind in einer Beziehung und wurden von ihren Familien nicht akzeptiert. Sie haben nach Aufmerksamkeit und Anerkennung gesucht.“ Die Brände verfolgten sie in den Medien, sagten vor der Polizei: „Wir wollten berühmt werden.“ Deswegen schmierten sie auch bei einigen Tatorten die Signatur „Feuerteufel 1040“ an die Wand. 

„Das war aufregend“
Die 19-Jährige hat auch ihre ganz eigene Erklärung. Den ersten Brand legte sie mit ihrer Freundin zu Halloween: „Wir haben überlegt, dass wir was machen, was uns einen Kick gibt. Wir haben nach einer Papiertonne gesucht.“ In einem unversperrten Wohnhaus wurden sie fündig, zündeten dort den ersten Container an. „Was hat Ihnen da bitte einen Kick gegeben?“, fragt Herr Rat. – „Das zu Feuer zu sehen. Die Mülltonnen, wie sie schmelzen. Das war aufregend.“ Auch das Blaulicht, die Feuerwehr, Polizei und dann die Zeitungsberichte.

Mit von der Partie: ein drittes Mädchen. Die 19-Jährige war meist die Aufpasserin der Feuerteufelinnen. „Ich wollte, blöd gesagt, keine Spielverderberin sein“, sagt sie vor Gericht. Und kommt mit der mildesten Strafe davon: 30 Monate teilbedingte Haft, davon lediglich eines fest – das saß sie in Untersuchungshaft ab. 

Für das junge Pärchen geht es nicht ganz so glimpflich aus. Schließlich haben auch bereits beide eine Vorstrafe. Die 18-Jährige wird zu 24 Monaten, davon acht Monate unbedingt, verurteilt. Ihre Freundin fasst 42 Monate aus, davon 14 hinter Gittern. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. 

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