Bereit, zu sterben

Millionen Anmeldungen für „Selbstopferung“ im Iran

Ausland
19.05.2026 16:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Iran gibt es ein sogenanntes „Selbstopferungs“-Programm, bei dem sich Menschen bereit erklären, im Krieg für ihr Land zu sterben. Sie geloben etwa, sich an Menschenketten an Kraftwerken zu beteiligen und dabei ihr Leben zu riskieren. Die Behörden berichteten von Millionen Anmeldungen.

Darunter seien auch Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Präsident Masoud Pezeshkian. Am gestrigen Montag wurden nun Massentrauungen für 110 Paare abgehalten, die sich für das „Selbstopferungs“-Programm registriert hatten. Die Zeremonien in Teheran wurden im Staatsfernsehen übertragen. Laut Berichten trafen die Paare in geschmückten Militärfahrzeugen mit Waffen auf dem Iman-Hussein-Platz ein. Anschließend wurden sie von Geistlichen auf einer Bühne getraut.

Im Hintergrund war ein Bild des Obersten Führers des Iran, Mojtaba Khamenei, zu sehen, dessen Vater Ayatollah Ali Khamenei zu Beginn des Iran-Krieges bei einem Angriff getötet worden war. Zahlreiche Menschen mit Blumen in der Hand verfolgten das Geschehen. „Natürlich befindet sich das Land im Krieg, aber die jungen Leute haben auch das Recht zu heiraten“, sagte eine junge Frau im Brautkleid. Ein Bräutigam gab an, glücklich zu sein, dass die Hochzeit mit dem Jahrestag der Trauung des Imans Ali mit Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed, zusammenfalle.

Für die Zeremonie wurden Militärfahrzeuge geschmückt.
Für die Zeremonie wurden Militärfahrzeuge geschmückt.(Bild: AP/Vahid Salemi)
Die jungen Leute hätten das Recht, im Krieg zu heiraten, sagte eine Braut.
Die jungen Leute hätten das Recht, im Krieg zu heiraten, sagte eine Braut.(Bild: AP/Vahid Salemi)

Katar: „Wollen Menschen in der Region schützen“
Wie berichtet, war für den heutigen Dienstag ein Angriff auf den Iran geplant. Dieser wurde laut US-Präsident Donald Trump aber wegen „sehr positiver Entwicklungen“ in den Verhandlungen verschoben. Das katarische Außenministerium erklärte unterdessen am Dienstag, weiter auf die Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans zu setzen. Diese benötigten aber noch mehr Zeit, fügte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majid al-Ansari, hinzu. „Wir wollen die Menschen in der Region davor schützen, die Hauptverlierer einer Eskalation zu sein.“

Die iranische Führung drohte den USA im Falle einer Wiederaufnahme der Angriffe damit, neue Fronten zu eröffnen. „Wenn der Feind dumm genug ist, (...) neue Aggressionen gegen unseren geliebten Iran zu starten, werden wir mit neuer Ausrüstung und neuen Methoden neue Fronten gegen ihn eröffnen“, sagte Militärsprecher Mohammed Akraminia am Dienstag.

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