Die Österreicher bekommen immer weniger Nachwuchs – das hat eine neue, bundesweite Analyse ergeben. In der Steiermark sehen die Zahlen sogar noch dramatischer aus.
Egal, ob in den USA, Südkorea oder in Österreich: Die sinkenden und oft historisch niedrigen Geburtenraten sorgen für Schlagzeilen. Das neue „Geburtenbarometer“ der Akademie der Wissenschaften zeigt nun, dass die Rate wohl noch weiter sinken wird: Österreicherinnen, die im Jahr 1980 geboren wurden, sind zu 20 Prozent kinderlos. „Laut unserer Prognose wird dieser Anteil bei Frauen, die nach 1990 geboren wurden, über 25 Prozent steigen“, sagt Demograf Kryštof Zeman.
Und in der Steiermark? Das Bundesland erreichte bereits 2024 einen historischen Tiefststand an Geburten – erstmals waren es weniger als 10.000, nämlich 9938. Laut Statistik Austria fiel die (derzeit nur vorläufig verfügbare) Geburtenbilanz 2025 noch einmal negativer aus als im Jahr davor: 9644 Babys wurden lebend geboren (minus drei Prozent), 13.425 Menschen sind verstorben, was zu einem Defizit von 3781 Personen führt.
Historisches Tief auch bei der Fertilitätsrate
Die Fertilitätsrate sank in Österreich 2025 erstmals unter 1,3 Kinder pro Frau – in der Steiermark war dieser Wert schon 2024 unterschritten worden (siehe Grafik). Bei der Zahl handelt es sich um eine statistische Hochrechnung. Um die Bevölkerung ohne Zuwanderung konstant zu halten, müsste der Wert bei etwa 2,1 liegen.
Die niedrigste Zahl an Kindern pro Frau wies der Bezirk Leoben mit 1,17 auf, in Graz lag der Wert mit 1,19 nur knapp darüber. Am meisten Kinder pro Frau werden im Bezirk Murau geboren, nämlich 1,58. Betrachtet man die Werte im Schnitt zwischen 2020 und 2024 – so kommt es zu weniger Ausreißern –, liegt der Bezirk Weiz vorne, gefolgt von Liezen und Graz-Umgebung. Graz und Leoben waren die Schlusslichter mit 1,24. Zum Vergleich: Zwischen 1979 und 1983 lag die Rate steiermarkweit noch bei 1,61.
Mütter bei erster Geburt über 30 Jahre alt
Neben den totalen Zahlen zu Geburten und Fertilitätsraten veröffentlicht die Landesstatistik Steiermark regelmäßig auch das Durchschnittsalter von Müttern. 2024 lag es bei 31,4 Jahren – ein langsamer, kontinuierlicher Anstieg seit Anfang der 80er-Jahre. Damals war eine Frau, die ein Kind gebar, im Schnitt erst 25,4 Jahre jung. Bei der Geburt des ersten Kindes war die durchschnittliche Steirerin 2024 bereits 30,3 Jahre alt.
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