Trotz des historischen Gewinns von fünf Kristallkugeln und dreier Goldmedaillen bei den Paralympics hat sich der sehbehinderte Paraski-Star Johannes Aigner von seinem Guide Nico Haberl getrennt. Cheftrainer Manfred Widauer sagt: „Das ist natürlich auf gewisse Art und Weise schade. Aber es hat Auffassungsunterschiede gegeben. Hansi hat sich etwas anderes von der Zusammenarbeit erwartet.“
Widauer, der einst auch Felix Neureuther und Beat Feuz trainierte, sagt: „Johannes hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst. Und die hat er auch an seinen Guide. Er sieht genau, wie sich der Parasport entwickelt und fühlt sich mit seinen 21 Jahren noch lange nicht am Zenit. Da sich Hansi ständig weiterentwickeln will, hat er diesen Schritt gesetzt.“
„Auf zwei bis drei Athleten begrenzt“
Für den neuen Guide gibt es schon konkrete Ideen. Widauer sagt zum Anforderungsprofil: „Ein technisch sehr versierter Skifahrer, der alle Disziplinen von Slalom bis Abfahrt abdeckt. Es gibt einige Möglichkeiten. Ich selbst sehe es aber auf zwei bis drei Athleten begrenzt.“
Aigner nickt: „Es gibt einige Kandidaten als neuer Guide. Ich werde sie mir in aller Ruhe auf Schnee anschauen und mich dann entscheiden. Generell habe ich schon mit der Saisonvorbereitung begonnen.“ Zur Trennung sagte Aigner: „Der Entschluss stand schon vor den Paralympics in Cortina fest. Wir hatten während der Saison ein Gespräch, in dem ich einige mich störende Punkte ansprach. Das wurde dann aber nur kurzfristig besser.“
„Dafür hast du nie eine Garantie“
Um was ging es? „Zum einen störte mich teilweise die Unpünktlichkeit von Nico. Das ist für mich einfach ein ganz wichtiger Punkt in einer professionallen Zusammenarbeit. Zum anderen sah ich bei Nico nicht die nötige Bereitschaft, sich technisch weiterzuentwickeln. Da lief nicht alles rund, habe ich hohe Ansprüche an mich und meinen Guide. Der Paraski-Sport entwickelt sich rasant weiter. Natürlich hätte es gut weitergehen können, es muss aber nicht, dafür hast du nie eine Garantie.“
So entschied sich Aigner bei aller Freundschaft zu Nico zur Trennung: „Natürlich verstehen wir uns sehr gut, aber es ging halt auch um das Arbeitsverhältnis. Wir sind überhaupt nicht im Bösen auseinandergegangen, hatten eine tolle Zeit miteinander.“ Jetzt geht der hochprofessionell arbeitende Heeressportler, der wegen des angeborenen Grauen Stars nur sieben Prozent Sehvermögen hat, wieder einen eigenen Weg – so wie auch schon bei der Trennung von Guide Matteo Fleischmann nach den Paralympics in China 2022.
„Es fühlt sich so an, als ob die Freundin Schluss macht“
Die Entscheidung traf Nico Haberl hart: „Es fühlte sich so an, als ob die Freundin mit dir Schluss macht. Ich verstehe es bis heute auch nicht wirklich. Aber wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen. Ich wünsche Johannes nur das Beste für die Zukunft. Die Zeit und die Erfolge mit ihm waren unglaublich.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.