„Sinnloser Gewaltakt“

Angriff auf US-Moschee war wohl Hassverbrechen

Ausland
19.05.2026 06:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger griffen in San Diego im Stadtteil Clairmont ein islamisches Zentrum an, zu dem neben einer Moschee auch eine Schule gehört. Drei Menschen starben, die beiden Angreifer wurden später tot aufgefunden. Ein warnender Anruf bei der Polizei wirft die Frage auf, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können. 

Die Polizei rückte am Montagvormittag gegen 11.40 Uhr (Ortszeit) mit einem Großaufgebot an. Vor Ort fand die Exekutive drei getötete Männer erwachsenen Alters vor, einer davon ein Wachmann der Einrichtung. Bei den beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter.

Mehr als 30 Schüsse gefallen
Wachmann Amin Abdullah soll sich mit den Angreifern einen Schusswechsel geliefert und Schlimmeres verhindert haben. Trotz Tragen einer schusssicheren Weste starb er an seinen Verletzungen. Insgesamt sollen mehr als 30 Schüsse gefallen sein, bevor das Duo in einem Auto floh.

Aktuelle Bilder aus San Diego:

(Bild: AP/Gregory Bull)
(Bild: AFP/ZOE MEYERS)
(Bild: AP/Gregory Bull)
(Bild: AP/Gregory Bull)
(Bild: EPA/JOHN GASTALDO)
(Bild: AFP/ZOE MEYERS)
(Bild: AP/Gregory Bull)
(Bild: AP/Gregory Bull)

Auch auf Gärntner geschossen
Dem Polizeichef Scott Wahl zufolge machten sich die Beamten umgehend daran, das Gebäude zu durchsuchen. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf eingegangen, demzufolge wenige Straßen entfernt auf einen Gärtner geschossen worden sei. Die genauen Umstände seien noch unklar, doch möglich ist, dass sein Helm ihm das Leben gerettet habe.

Der weiße BMW mit den beiden toten Tatverdächtigen stand wenige Blocks entfernt mitten auf der Straße. „Derzeit scheint es, als seien die Verdächtigen an selbst zugefügten Schussverletzungen gestorben.“ Bei den Angreifern soll es sich um den 17-jährigen Cain Clark und Caleb Vazquez (18) handeln.

Sehen Sie hier Beiträge der Plattform X:

Anruf ignoriert
Ein warnender Anruf bei der Polizei wirft zudem die Frage auf, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können. Die Mutter eines der beiden Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Da er einen Abschiedsbrief hinterlassen hatte, gab die Mutter an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.

In der Folge habe die Polizei Beamte an mutmaßliche Ziele eines Gewaltverbrechens geschickt, darunter ein Einkaufszentrum und eine Schule. Beamte seien nur wenige Straßen entfernt gewesen, als schließlich der Notruf vom islamischen Zentrum einging.

Attacke wohl Hassverbrechen
Keine Angaben machten die Ermittler zu einem möglichen Motiv. Es sei eine Mitteilung bei einem der Tatverdächtigen gefunden worden, zur jetzigen Zeit könne er aber keine Auskunft darüber geben, sagte Wahl. Da es sich um eine religiöse Einrichtung handle, betrachte die Polizei die Attacke bis auf Weiteres als Hassverbrechen. Deswegen sei auch die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden.

Auf Hubschrauberaufnahmen ist zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamte Kinder aus dem Gebäude ...
Auf Hubschrauberaufnahmen ist zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamte Kinder aus dem Gebäude begleiteten.(Bild: KameraOne)

Trump: „Entsetzliche Situation“
Der zuständige FBI-Beamte Mark Remily bezeichnete den Gewaltakt als „sinnlos“ und bat die Öffentlichkeit um sachdienliche Hinweise. US-Präsident Donald Trump reagierte bestürzt auf den Vorfall. Es sei eine „entsetzliche Situation“, sagte er in Washington. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit: „Hass hat in Kalifornien keinen Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen Glaubensgemeinschaften dulden.“

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.
Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung