„Sinnloser Gewaltakt“
Angriff auf US-Moschee war wohl Hassverbrechen
Ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger griffen in San Diego im Stadtteil Clairmont ein islamisches Zentrum an, zu dem neben einer Moschee auch eine Schule gehört. Drei Menschen starben, die beiden Angreifer wurden später tot aufgefunden. Ein warnender Anruf bei der Polizei wirft die Frage auf, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können.
Die Polizei rückte am Montagvormittag gegen 11.40 Uhr (Ortszeit) mit einem Großaufgebot an. Vor Ort fand die Exekutive drei getötete Männer erwachsenen Alters vor, einer davon ein Wachmann der Einrichtung. Bei den beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter.
Mehr als 30 Schüsse gefallen
Wachmann Amin Abdullah soll sich mit den Angreifern einen Schusswechsel geliefert und Schlimmeres verhindert haben. Trotz Tragen einer schusssicheren Weste starb er an seinen Verletzungen. Insgesamt sollen mehr als 30 Schüsse gefallen sein, bevor das Duo in einem Auto floh.
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Auch auf Gärntner geschossen
Dem Polizeichef Scott Wahl zufolge machten sich die Beamten umgehend daran, das Gebäude zu durchsuchen. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf eingegangen, demzufolge wenige Straßen entfernt auf einen Gärtner geschossen worden sei. Die genauen Umstände seien noch unklar, doch möglich ist, dass sein Helm ihm das Leben gerettet habe.
Der weiße BMW mit den beiden toten Tatverdächtigen stand wenige Blocks entfernt mitten auf der Straße. „Derzeit scheint es, als seien die Verdächtigen an selbst zugefügten Schussverletzungen gestorben.“ Bei den Angreifern soll es sich um den 17-jährigen Cain Clark und Caleb Vazquez (18) handeln.
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Anruf ignoriert
Ein warnender Anruf bei der Polizei wirft zudem die Frage auf, ob die Tat womöglich hätte verhindert werden können. Die Mutter eines der beiden Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung. Da er einen Abschiedsbrief hinterlassen hatte, gab die Mutter an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.
In der Folge habe die Polizei Beamte an mutmaßliche Ziele eines Gewaltverbrechens geschickt, darunter ein Einkaufszentrum und eine Schule. Beamte seien nur wenige Straßen entfernt gewesen, als schließlich der Notruf vom islamischen Zentrum einging.
Attacke wohl Hassverbrechen
Keine Angaben machten die Ermittler zu einem möglichen Motiv. Es sei eine Mitteilung bei einem der Tatverdächtigen gefunden worden, zur jetzigen Zeit könne er aber keine Auskunft darüber geben, sagte Wahl. Da es sich um eine religiöse Einrichtung handle, betrachte die Polizei die Attacke bis auf Weiteres als Hassverbrechen. Deswegen sei auch die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden.
Trump: „Entsetzliche Situation“
Der zuständige FBI-Beamte Mark Remily bezeichnete den Gewaltakt als „sinnlos“ und bat die Öffentlichkeit um sachdienliche Hinweise. US-Präsident Donald Trump reagierte bestürzt auf den Vorfall. Es sei eine „entsetzliche Situation“, sagte er in Washington. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit: „Hass hat in Kalifornien keinen Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen Glaubensgemeinschaften dulden.“

















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