Plädoyer der Kärntner Forstverbände für mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. Immerhin ist Holz nicht nur ein wichtiges Baumaterial, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für Kärnten.
Daten der Statistik Austria belegen jetzt ganz klar die Wirkung von Österreichs Forstwirtschaft auf das Klima: Seit dem Jahr 1990 konnten in Summe 900 Millionen Tonnen CO₂ gebunden, also der Atmosphäre erspart werden: 400 Millionen Tonnen durch den Wald selbst, 80 Millionen Tonnen, weil sie in Holzprodukten dauerhaft verarbeitet wurden. Und fast die Hälfte durch „Substitution“, also weil dadurch der Verbrauch fossiler Rohstoffe reduziert werden konnte. „Holz ist damit nicht nur ein Rohstoff, sondern zentraler Hebel im Klimaschutz“, betont Johannes Thurn-Valsassina, Obmann des Kärntner Forstvereins.
Wichtiger Wirtschaftsfaktor
Doch Holz könne noch viel mehr. Als Wirtschaftsfaktor etwa in Kärnten; mit drei Millionen „Erntefestmetern“ pro Jahr, 29.000 Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro. „Mehr als im Tourismus“, rechnet Matthias Granitzer, Obmann des Waldverbandes, vor.
Alles funktioniere aber nur, wenn der Wald auch bewirtschaftet würde; gepflegt, gehegt, genutzt, aufgeforstet, im Brandfall gelöscht. „Da fehlt es in der Gesellschaft oft an Wertschätzung“, konstatiert Christian Benger, Obmann der „Land & Forstbetriebe Kärnten“: „Man will einen gesunden, erholsamen Wald, der die Luft reinigt, Wasser speichert und filtert, Holz gibt, Arbeitsplätze schafft... aber da braucht es auch das Vertrauen in die Forstleute. Die müssen ja Freude haben.“
Strenges Gesetz und viel Arbeit
Beim Thema Vertrauen geht es schließlich auch um gesetzliche Auflagen, die Forstbetriebe vor Herausforderungen stellen – besonders die vielen kleinen Betriebe in Kärnten. Da werden etwa verpflichtende Flächen für „Nichtnutzung“ angedacht, da gibt es teils irrwitzige Auflagen über die Dokumentation von Holz, dessen Herkunft und Weg. Da sind mitunter sogar Kleinbetriebe gezwungen, EDV-Experten anzuheuern, um das bewältigen zu können. Und das verleide vielen die Arbeit im Forst. Außerdem hätten wir ja ohnehin ein strenges Forstgesetz.
Die Gesellschaft will einen gesunden, erholsamen Wald. Aber nur aktive Bewirtschaftung ist der Schlüssel, auch den Klimawandel zu bewältigen.
Christian Benger
Die Vertreter der Forstverbände bringen die Forderungen mit dem Slogan „Natur schützen, Natur nützen“ auf den Punkt. Sie laden am Donnerstag zum Informationstag ins Schloss Krastowitz bei Klagenfurt.
Übrigens: In Kärnten gibt es 23.000 Waldbesitzer; beinahe 6000 von ihnen haben nur sehr kleine Parzellen unter fünf Hektar, weitere 9000 nennen fünf bis 20 Hektar ihr Eigen. Und der Wald wächst; Nur etwa 71 Prozent des jährlichen Holzzuwachses wird geerntet. Es bleibt also viel zu tun.
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