Sowjetischer Sieg 1945

Medwedew wütet und droht Deutschland mit Krieg

Außenpolitik
07.05.2026 14:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat Deutschland Militarismus und Revanchegelüste für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg vorgeworfen. Das Land habe keine Existenzberechtigung und strebe nach Atomwaffen, wütete der Politiker außerdem.

Die fehlende Existenzberechtigung begründete Medwedew damit, dass es nie ein Referendum über die Wiedervereinigung gegeben habe. Daher sei diese rechtlich fragwürdig, sagte Medwedew im Propagandasender RT. Er kritisierte auch ein weiteres Mal den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Diese treibe die Wirtschaft in seinem Land in den Abgrund und erkenne offenbar nicht, dass die Aufrüstung kein Wachstum bringen werde. Dabei erinnerte der Ex-Präsident und Vizechef des Sicherheitsrats daran, dass 40 Prozent der Haushaltseinnahmen Russlands in den Verteidigungs- und Sicherheitsapparat fließen.

Darüber hinaus beschuldigte er die deutsche Regierung, nach Atomwaffen zu streben. Selbst die Gefahr, dass Berlin Atomwaffen erwerbe, stelle bereits einen Kriegsgrund für den Kreml dar. Auch ein konventioneller Krieg ohne Atomwaffen würde für das Land aber mit der vollständigen Zerstörung enden.

Medwedew, der von 2008 bis 2012 im Kreml saß, galt zu seiner Amtszeit als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung Russlands. Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine 2022 profiliert er sich aber als Hardliner. Immer wieder fiel er mit Drohungen etwa zu Atomschlägen gegen westliche Hauptstädte wie Berlin, London oder Paris auf.

Parade in Russland am Samstag
Sein Artikel erschien zwei Tage, bevor am Samstag in Russland an den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland 1945 erinnert wird. Mit dem Tagesanbruch am Freitag soll eine zweitägige Waffenruhe in Kraft treten, die der Kreml einseitig angekündigt hat. Moskau hat für den Fall von ukrainischen Störungen der Parade Angriffe auf das Zentrum von Kiew angedroht. „Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt. Das ist ein klares Signal: Es ist Zeit, aufzuhören“, kommentierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

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Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

„Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen“, sagte er weiter. Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien.

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