In Österreich

Hier baut Amazon sein sechstes Verteilzentrum

Oberösterreich
07.05.2026 13:37

Der Online-Versandhändler Amazon errichtet um 70 Millionen Euro seine erste Logistikdrehscheibe in Oberösterreich und die insgesamt sechste in Österreich. Die Standortsuche verlief holprig – und dennoch könnte es nicht die einzige Investition des US-Riesen in Oberösterreich bleiben.

Die Bagger rollen und die Kräne fahren: Obwohl der Baustart erst im April erfolgte, sind die Grundfeste des Amazon-Verteilzentrums in Enns bereits klar erkennbar. Dort baut der Online-Versandriese um 70 Millionen Euro seine erste Logistikdrehscheibe in Oberösterreich, bundesweit ist es die sechste.

Am Donnerstag erfolgte der offizielle Spatenstich für das 6900 Quadratmeter große Gebäude. Amazon will das Verteilzentrum – die Inbetriebnahme ist für Frühling 2027 geplant – für die „letzte Meile“ der Zustellung im Großraum Linz nutzen. Lkw liefern die Waren in der Nacht in Enns an, wo sie zum Versand vorbereitet und am nächsten Vormittag abgeholt und zugestellt werden. „Damit schaffen wir über 100 direkte Arbeitsplätze“, so Jordan Kremnitzer, Regionalchef von Amazon Logistics Österreich.

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Damit schaffen wir über 100 direkte Arbeitsplätze.

Jordan Kremnitzer, Regionalleiter für Österreich bei Amazon Logistics

Standort-Suche für US-Riesen war holprig
Die Suche nach einem Standort für den US-Versandhändler war dem Vernehmen nach nicht einfach. Vor 14 Jahren kam Amazon zum ersten Mal auf die oberösterreichische Standortagentur zu. Doch Logistikzentren sind wegen des starken Verkehrsaufkommens bei vielen Gemeinden unbeliebt. Dazu kommt das schlechte Image, das dem Online-Riesen lange anhaftete (Stichwort Konkurrenz für den heimischen Handel).

Das Bauunternehmen Goldbeck Rhomberg realisiert das Projekt im Auftrag von Amazon, die Stadt ...
Das Bauunternehmen Goldbeck Rhomberg realisiert das Projekt im Auftrag von Amazon, die Stadt Enns war in die Gespräche eingebunden.(Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMM)

In Enns wurde man schließlich fündig. „Weil die Rahmenbedingungen ideal sind. Es liegt direkt an der A1 mit Anbindung in alle Richtungen“, sagt Kremnitzer. Bedenken zum Verkehr entgegnet der Amazon-Leiter: „Unsere Lieferpartner fahren bewusst außerhalb der Hauptverkehrszeiten“ – und die Anlieferungen in der Nacht würden gestaffelt erfolgen. Zudem errichtet Amazon für die Gemeinde einen Radweg und eine Bushaltestelle. „Wir kommen mit diesem Standort nah an den Kunden – das ist unser Ziel“, so Kremnitzer.

Mögliche Investition im Innviertel
Es könnte nicht die einzige Investition des US-Riesen in Oberösterreich bleiben: In Reichersberg im Innviertel laufen, wie berichtet, Gespräche für ein mögliches Amazon-Logistikzentrum um 500 Millionen Euro. Die politischen Beschlüsse, um die Verhandlungen dafür aufzunehmen, sind noch ausständig.

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