Bauen war das große Schwerpunktthema in der 71. Regierungssitzung in Kärnten: 14 Beschlüsse wurden gefasst, 21 Millionen Euro freigegeben für Wohnneubau, für thermische Sanierungen von Mehrparteienhäusern, für Straßen, Brücken, Radwege, Hochwasser- und Lawinenschutzbauten.
„In herausfordernden Zeiten sind solche Investitionen besonders wichtig. Das wirkt langfristig“, betont Landeshauptmann Daniel Fellner (SP) nach der 71. Regierungssitzung, in der 14 Beschlüsse über 21 Millionen Euro gefasst wurden. „Zehn Millionen werden für Wohnungsneubauten, elf für Sanierungen aufgewendet.“
Man heiße nicht nur Nachhaltigkeitskoalition, sondern stünde auch zur Nachhaltigkeit, betont Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig (SP): „Wir sanieren Altbestand, beispielsweise thermisch, was dann unter anderem günstigere Heizkosten bedeutet. Ist eine Sanierung nicht mehr möglich, setzen wir Reconstructing-Projekte um. Wo neue Verkehrsachsen entstehen, schaffen wir neuen Wohnraum“, so die Wohnbau- und Sozialreferentin.
Ich hoffe, Sie können unsere Euphorie teilen: Wir bauen an unserer Zukunft!

Landeshauptmann Daniel Fellner
Bild: APA/EXPA
Was brauchen ältere Mieter, was junge Familien?
Man plane in Kooperation mit anderen Referaten, stelle sich Fragen wie: Was brauchen ältere Menschen? Wie stattet man Wohnungen barrierefrei aus? In St. Kanzian entsteht ein „Haus der Generationen“, in dem acht Einheiten für betreubares Wohnen und acht für Mütter beziehungsweise Jugendfamilien mit Kleinkindern errichtet werden. „Alle können einen Gemeinschaftsraum nutzen; samt Küche und Sanitäreinheiten. Der Trend geht ja zu kleineren Wohnungen, aber im Gemeinschaftsraum können die Mieterinnen und Mieter zusammenkommen, sich über die Generationen hinweg austauschen; hier können Geburtstage gefeiert werden“, so Schaunig. Gebaut werde ab Mai bis August 2028, die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 3,79 Millionen Euro, ein Förderkredit läuft über 3,03 Millionen Euro.
Einen Gemeinschaftsraum wird auch das Seniorenwohnen am Kirchplatz in Eberndorf haben: 17 Einheiten werden ab Mai bis Dezember 2028 errichtet – auf einem Baurechtsgrundstück der Familie Gojer, die auch den Abbruch und die Entsorgung des Altbaues finanziert.
442 neue Wohneinheiten
Allein im Zeitraum von 1. Jänner bis zum 5. Mai seien im gemeinnützigen mehrgeschossigen Wohnbau bereits 177 neue Wohneinheiten mit einer Gesamtfördersumme von rund 33,5 Millionen Euro zugesichert worden. Damit werde ein Bauvolumen von rund 41,7 Millionen Euro ausgelöst. Für 2026 sind insgesamt 442 neue Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von rund 79,2 Millionen Euro geplant oder bereits umgesetzt.
Kooperationen mit Gemeinden
Das Pilotprojekt von Friesach, wo Land, Stadt und die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft „Neue Heimat“ Wohnungen errichtet haben, die ab dem günstigen Preis von 350 Euro gemietet werden können, mache Schule: „Kooperationen mit Gemeinden gibt es öfter, beispielsweise kommt das Baurecht von der Gemeinde. Die Miete richtet sich ja nach den Kosten der Errichtung des Hauses und nach den Grundstückskosten. Gibt es keine Grundstückskosten, ist die Miete pro Quadratmeter um 70 bis 80 Center günstiger“, rechnet Schaunig vor.
Unser Zugang ist klar: Sanieren, wo es sinnvoll ist. Nachverdichten, wo es möglich ist. Neubauen, wo es notwendig ist.

Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig
Bild: APA/WOLFGANG JANNACH
In Villach werden bestehende Wohnanlagen durch Sanierung, Aufstockung und Nachverdichtung modernisiert, ohne zusätzliche Bodenversiegelung zu verursachen.
Ein Schwerpunkt bei den am Dienstag gefassten sind die thermischen Sanierungen. Mehrparteienhäuser in beinahe allen Bezirken werden heuer gedämmt, bekommen neue Fenster, teils neue Heizungen.
Alle diese Investitionen haben dreifachen Effekt: Sie schaffen Infrastruktur, es geht um Aufträge an heimische Unternehmen und Arbeitsplätze werden gesichert.

Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber
Bild: Wolfgang Jannach
Gut 1900 Brücken und 3000 Stützbauwerke in Zuständigkeit des Landes
Das Brückenbauprogramm für 2026 präsentierte Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber; 14 Bauprojekte stehen an: „Rund sieben Millionen Euro nehmen wir 2026 für die Sanierung und Neuerrichtung von Brücken in die Hand.“
Zu den größten Vorhaben im heurigen Brückenbauprogramm zählt die Neuerrichtung der Möllbrücke Stampfen an der B107 Großglockner Straße. Das Land investiert rund 3,5 Millionen Euro. Für die Instandsetzung der Hangbrücke Untere Kehre an der B91 am Loiblpass nimmt das Straßenbaureferat etwa 1,2 Millionen Euro in die Hand; die Arbeiten beginnen im Herbst. Saniert wird auch die Gailbrücke Oberschütt an der L30 Schütter Straße: Die Fahrbahnoberfläche wird instand gesetzt, die Randbalken werden erneuert. Kosten: Rund 700.000 Euro. Die Sanierung der Raderbrücke an der B78 Obdacher Straße im Lavanttal steht ebenfalls auf dem Programm (um rund 800.000 Euro). Außerdem wird seit einigen Wochen an der Generalsanierung der Mösslerbrücke an der B99 Katschbergstraße gearbeitet (knapp 800.000 Euro).
Investiert wird auch in das Radwegenetz, heuer sechs Millionen Euro, beispielsweise wird die Sanierungsoffensive am R1 Drauradweg fortgeführt, bei der Eisenbahnkreuzung in Pörtschach wird eine Radwegunterführung errichtet; auf dem Programm stehen zudem die Radwegquerung bei der B95 auf Höhe Gradenegg (R2), der Ausbau des Friesacher Radwegs im Bereich Friesach Süd (R7), die Arbeiten am Lieserschluchtradweg. „Im Freilandgebiet, wo beengte Platzverhältnisse herrschen, testen wir Mehrzweckstreifen, beispielsweise in Auen. Sie sollen die Radverkehrssicherheit erhöhen. Und, und das ist eine Anerkennung für uns: Nach zwölf Jahren wird der Österreichische Radgipfel 2027 in Kärnten stattfinden!“, so Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber.
Zusätzlich sollen an Bahnhöfen mehr Radboxen installiert werden
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