Viele Menschen leiden an Demenz. Je nachdem in welchem Stadium, können sie manche Dinge nur mehr schwer oder gar nicht mehr tun. Eine Brille lässt Gesunde jetzt mitfühlen.
Der Oberwarter Amadeus Linzer hat sich der virtuellen Realität verschrieben und entwickelte vor einigen Jahren bereits die Vita-Blick-Brille.
Mittels virtueller Realität lässt er vor allem alte und kranke Menschen in die entlegensten und schönsten Regionen reisen oder sie auch wieder in vertraute Routinen, wie etwa die Stallarbeit. eintauchen. Zielgruppe sind Pflegeheime und ihre Bewohner. Aber damit waren seine Ideen noch lange nicht erschöpft.
Eine Brille, die zeigt, wie es Demenzkranken geht
Seit Kurzem gibt es eine Brille, in der man in die Schuhe eines Menschen mit Demenz schlüpfen kann. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit Experten der Hochschule Burgenland.
In drei verschiedenen Kurzfilmen über jeweils fünf Minuten kann man drei Stadien der Krankheit mitverfolgen. „SimuDementia ist eine neue Dimension der Demenzschulung, die typische Symptome und Herausforderungen einer Demenzerkrankung realistisch erlebbar macht – für mehr Empathie, besseres Verständnis und eine spürbar bessere Begleitung im Pflegealltag“, erklärt Amadeus Linzer.
Eine Brille ist soeben bei Marina Moyses in ihrer Gedächtnis-Werkstatt in Donnerskirchen. Die Demenz-Dolmetscherin lässt die Filme sowohl Angehörige als auch Pflegekräfte sehen. „Einerseits, damit man als Angehöriger nachempfinden kann, wie es dem Papa oder der Mama geht. Andererseits aber auch für Pflegekräfte als Schulungsvideo. Hier kommt vor allem die dritte Stufe, wo der Betroffene bereits im Heim ist, zum Tragen“, erklärt sie.
Sie hat bereits Apothekerschüler, Pflegekräfte und Pflegekraftazubis, aber auch Angehörige die Brille ausprobieren lassen. „Vor allem Angehörige sind überrascht, wie man sich in die Szenen hineinfühlen kann. Auch wenn das Leben mit einem Demenzkranken natürlich schwierig ist, kann es helfen ein wenig mehr zu verstehen, wie es ihren Lieben geht.“ Auch sie hat bereits Ideen für Erweiterung und Adaptierung der Brille angebracht. Sinnvoll wäre für sie nämlich die Videos in ungarisch und rumänisch übersetzen zu lassen.
Wer die Brille ausprobieren möchte, kann sich bei Marina Moyses melden. Infos unter demenzdolmetscherin.at
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