Anstieg in Argentinien
Hantavirus: Verstorbene bereisten mehrere Länder
Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist, hat am Mittwochabend Richtung Teneriffa abgelegt. Dort saßen zwei von Bord geholte Erkrankte aber zunächst wegen technischer Probleme fest. Das Virus könnte seinen Ursprung in Argentinien haben, von wo aus das Schiff aufgebrochen war.
Eine möglicherweise infizierte Deutsche ist nun zur Untersuchung nach Düsseldorf gebracht worden. Die Einsatzkräfte trügen Spezialanzüge, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der Zustand der ehemaligen Passagierin sei „stabil“, sie zeige derzeit keine Symptome einer Infektion. Am Mittwochvormittag waren bereits drei weitere Menschen im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord geholt worden. Dabei handelt es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die laut dem Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind, sowie um eine Kontaktperson der Deutschen, die am 2. Mai auf dem Schiff starb.
Die beiden erkrankten Hantavirus-Patienten wurden mit einem anderen Flugzeug von Kap Verde ausgeflogen als die Deutsche. Die Maschine landete später auf den Kanarischen Inseln. Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, die zwei Patienten müssten wegen technischer Probleme mit einer anderen Maschine weiterfliegen. Beim Auftanken sei ein „Fehler im Stromversorgungssystem“ bemerkt worden, hieß es. Die Regionalregierung hatte zuvor von einer „technischen Zwischenlandung“ des Sanitätsflugzeugs auf den Kanaren gesprochen, nachdem die Landung in Marokko verweigert worden war.
Ursprung des Virus wird untersucht
Drei Menschen sind an dem Virus auf dem Kreuzfahrtschiff aus Argentinien gestorben. Die argentinischen Behörden teilten nun mit, Fachleute nach Ushuaia im Süden des Landes zu schicken, um Nagetiere zu untersuchen. Normalerweise wird das Virus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. In diesem Fall handelt es sich aber um eine hochansteckende Variante, die auch bei engem Kontakt unter Menschen übertragen werden kann. Die Fachleute sollen in Gebiete reisen, die zuvor von dem niederländischen Paar besucht wurden, das an der Infektion gestorben ist.
Zuvor hatte das argentinische Gesundheitsministerium mitgeteilt, das Paar habe vor der Kreuzfahrt mehrere Länder Südamerikas bereist, darunter auch Chile und Uruguay. Es sei „nicht bestätigt, dass die Ansteckung in Argentinien stattgefunden hat“, teilte das Gesundheitsministerium mit. In der Provinz Ushuaia habe es seit der Meldepflicht (1996) keinen einzigen Hantavirus-Fall gegeben. Allerdings verzeichnen die Behörden in Argentinien insgesamt einen Anstieg der Fälle. Im laufenden epidemiologischen Jahr wurden 101 Infektionen verzeichnet, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Der Biologe Raúl González Ittig meinte aber, dass dies nichts Außergewöhnliches sei.
Das Kreuzfahrtschiff lag seit Sonntag mit ungefähr 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker. Das war auch das endgültige Ziel, allerdings durfte dort niemand an Land.











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