Es ist zwar eine „Schnaps-Idee“, aber es ist auch eine jener Maßnahmen der Politik, für die viele ein gewisses Verständnis haben werden: Die Regierung erhöht im Doppelbudget 2027/28 die Steuer auf hochprozentigen Alkohol um 30 Prozent. Ein Gin Tonic wird dann um fünf Cent teurer, die Flasche Wodka etwa einen Euro.
Bevor Sie auf die Tischkante hauen: Ich hab mich auch aufgeregt. Aber nach kurzem Nachdenken sage ich: Das ist noch einer der vernünftigsten Aspekte des jüngst präsentierten Sparpakets.
Warum? Erstens: Wir Österreicher trinken zwölf Liter Reinalkohol pro Kopf und Jahr – europäische Spitze. Eine kleine Lenkungssteuer tut gesundheitlich nicht weh, im Gegenteil. Zweitens: Wer sich teuren Gin oder Cocktails leistet, verkraftet auch die paar Cent mehr. Das ist keine Sozialsteuer, sondern eine Genießerabgabe.
Und drittens: Die Alternativen wären schlimmer: höhere Lohnsteuer, kürzeres Pflegegeld oder Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Dagegen ist die Schnapssteuer geradezu mild. Sogar Bier und Wein hat die Regierung ausgenommen.
Ja, ich kenne das Bonmot von den Stammtischen: „Wie soll man diese Regierung und ihre Sparbemühungen bloß ertragen? Und dann wird ausgerechnet der Alkohol teurer!“ Lustig – aber in diesem Fall unfair. Der Staat braucht das Geld. Fünf Milliarden Euro müssen zusammenkommen.
Also: Von allen Hämmern, die derzeit auf uns niederprasseln, ist dieser hier der kleinste. Vielleicht trinken wir am Ende sogar ein bisschen weniger – was auch nicht schaden kann.
Prost – und bleiben Sie gesund!
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