Die Aufregung folgte wie das Amen im Gebet: Eine Salzburger Schulleiterin plante die Eröffnung einer Klasse mit ausschließlich katholischen Kindern. So ließe sich die Beaufsichtigung der Schüler, die diesen Religionsunterricht nicht besuchen, besser organisieren. Die Salzburger Bildungsdirektion untersagte das und forderte stattdessen einen verpflichtenden Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen.
Als langgediente Lehrerin sind mir Probleme bei der Organisation des Religionsunterrichts bekannt. Was tun, wenn kein Personal zur Beaufsichtigung der restlichen Schüler da ist? Auf andere Klassen verteilen? Oder sie gar in den Religionsunterricht setzen und dort „still beschäftigten“. Das mag möglicherweise bei älteren Schülern funktionieren. Mit Volksschulkindern ist es nicht zu empfehlen und eigentlich auch nicht gestattet.
Man stelle sich vor, Kinder anderen Glaubens oder solche, die bewusst nicht-religiös erzogen werden, verbringen ihre Freistunden im katholischen Unterricht. Rasch gehen Beschwerden bei der Bildungsdirektion ein. Was in solchen Fällen bereits passiert ist.
Eigentlich scheint es gar nicht so kompliziert zu sein. Weshalb nicht einmal pro Woche Ethikunterricht für alle? Nachmittags gibt es selbstverständlich Religionsunterricht für interessierte Schüler. Volksschullehrerinnen, die ihre Klasse unterrichten, zur Beaufsichtigung einzusetzen, ist jedenfalls keine gute Lösung.
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