In dänischen Gewässern

„,Timmy‘ gut unterwegs“: Freiheit rückt näher

Ausland
29.04.2026 19:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Ende der Rettungsaktion von Wal „Timmy“ scheint schon fast greifbar. Am späten Nachmittag war der Meeressäuger in seinem „Wassertaxi“ schon in dänischen Gewässern unterwegs. Umweltminister Till Backhaus gab unterdessen ein Update, wie es der erkrankten Tierärztin geht.

Der Buckelwal ist „gut unterwegs“ und inzwischen in dänischen Gewässern angekommen, berichtete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus am Mittwoch. „Wenn alles gut läuft, ist er in zwei Tagen in der Nordsee. Das Allerschlimmste hat er jetzt schon hinter sich.“

„Sie ist aus dem Koma erwacht“
Auch zur an der Rettungsaktion beteiligten Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert hatte Backhaus neue Nachrichten. Sie war vergangene Woche ins Krankenhaus gebracht worden und hatte nach einer Notoperation im Koma gelegen. „Sie ist aus dem Koma erwacht. Es geht ihr aber schlecht“, berichtete Backhaus, der mit Bahr-van Gemmerts Ehemann gesprochen hatte. „Sie ist noch einseitig gelähmt, aber sie nimmt schon wieder Dinge wahr. Das wird ein langer Weg‘, sagt ihr Mann.“

Wal auf dem Weg in die Freiheit
„Timmy“ wird in seinem „Wassertaxi“ unterdessen von Schiff „Fortuna B“ durch das Meer geschleppt. Schon am Dienstag war er in die sogenannte Barge geleitet worden. Diese kann man sich wie eine Art Becken vorstellen, das mit Wasser gefüllt ist, darin soll „Timmy“ mehrere Tage verbringen. 

Die Barge ist wie ein großes „Aquarium“, das von Schiffen geschleppt wird.
Die Barge ist wie ein großes „Aquarium“, das von Schiffen geschleppt wird.(Bild: APA/dpa/Philip Dulian)
Am Dienstagnachmittag war es geschafft: „Timmy“ lag in der Barge.
Am Dienstagnachmittag war es geschafft: „Timmy“ lag in der Barge.(Bild: APA/AFP/Danny Gohlke)
Schon am Dienstagabend ging „Timmys“ Reise los.
Schon am Dienstagabend ging „Timmys“ Reise los.(Bild: APA/dpa/Bodo Marks)
Der Wal startete in seinem „Wassertaxi“ in Richtung Nordsee los.
Der Wal startete in seinem „Wassertaxi“ in Richtung Nordsee los.(Bild: APA/dpa/Bodo Marks)
„Timmy“ wurde am Mittwoch an der dänischen Küste entlang gezogen.
„Timmy“ wurde am Mittwoch an der dänischen Küste entlang gezogen.(Bild: APA/dpa/Philip Dulian)

Laut Felix Bohnsack, dem technischen Leiter der Wal-Initiative, ist ein Stopp für einen Gesundheitscheck für „Timmy“ in Skagen im Norden von Dängemark nach drei Tagen Fahrt angesetzt. Dann geht es weiter, Timmy soll zu einer Herde Buckelwale gebracht werden.

Wo genau „Timmy“ in die Freiheit schwimmen soll, ist aktuell noch nicht bekannt – laut der Privatinitiative in der Nordsee. Auch seinen aktuellen Standort will die Initiative, die die Rettungsaktion durchführt, nicht verraten. „Diese Information, wo sich der Wal befindet, befindet sich bei den Initiatoren. Wir wollen keinen Wal-Tourismus, der Wal soll seine Ruhe haben“, erklärte Constanze von der Meden, die Anwältin der Initiative, wie die „Bild“-Zeitung berichtet.

„Timmy“ geht es „sehr gut“
Die ganze Aufregung der Rettungsaktion dürfte „Timmy“ bisher gut verkraftet haben. „Es geht ihm in der Barge sehr gut. Er soll heute Nacht gesungen haben“, erzählte Minister Backhaus. Falls „Timmy“ aber trotzdem nicht fit genug sein sollte, um zu schwimmen, gibt es einen Plan B, wie Backhaus erklärte. Dann soll der junge Meeressäuger in eine Wal-Auffangstation kommen.

Experten warnen: Wal könnte ertrinken
Die Internationale Walfangkommission hat jedenfalls Zweifel daran, dass „Timmy“ den Schritt in die Freiheit alleine bewältigen kann. „Das Tier scheint schwer geschädigt zu sein und dürfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum überleben“, lautete die Einschätzung. Auch Experten des Deutschen Meeresmuseums warnen davor, dass „Timmy“ ertrinken könnte, wenn er ausgesetzt wird. „Er ist sehr geschwächt und findet im offenen Meer keine Möglichkeit, sich abzulegen“, warnen die Experten. 

Die private Initiative schätzt die Lage anders ein. „Alle Experten“ würden aktuell davon ausgehen, „dass er ausgewildert werden kann“, erklärte Anwältin von der Meeden der „Bild“. Minister Backhaus zeigte sich ebenso optimistisch. „Es war ein Versuch und der Versuch ist geglückt. Ich habe immer daran geglaubt“, sagte er. Der Wal bekomme jetzt auch einen Standort-Tracker.

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