Seit dem Spatenstich sorgt das Aussehen des neuen Gotteshauses in Bruckneudorf für Debatten. Auch von der FPÖ kommt erneut Kritik. Die Diözese verteidigt die Entscheidung.
Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten – und in Bruckneudorf wird genau dies getan. Denn auch wenn die Freude über die Pläne für eine neue Kirche am Hauptplatz der Gemeinde groß ist, deren (geplantes) Aussehen kommt nicht bei allen Gläubigen gleich gut an. Bereits seit dem Spatenstich wird on- und offline diskutiert.
Zu wenig „abendländisch“?
Zu den Kritikern der ersten Stunde zählen auch die Freiheitlichen, die eine „klare christlich-abendländische Handschrift“ vermissen. Der FPÖ-Landtagsabgeordnete und Gemeindevorstand Mario Jaksch forderte schon im Februar, dass der Bau architektonisch als „katholische Kirche unserer mitteleuropäischen Tradition“ erkennbar sein müsse.
Jetzt übt er neuerlich Kritik – auch am Land, das an dem Projekt beteiligt ist und dem er Vertuschung der Kosten vorwirft. Er spricht von einer „architektonischen Fehlentscheidung“.
„Jahrhundertelange Bautradition“
Bei der Diözese weist man diese Aussagen strikt zurück. Der Entwurf setze auf eine klare, zeitlose Architektursprache und verbinde traditionelle Sakralarchitektur mit moderner Gestaltung. Gerade der Kuppelbau entspreche einer „jahrhundertelangen christlichen Bautradition. Von der Peterskirche in Rom bis hin zu zahlreichen Barockkirchen weltweit ist die Kuppel ein Symbol für den Himmel und das Göttliche. Der Architekt hat sich bewusst an christlicher Architektur orientiert und mit dem Entwurf auch eine Verbindung zu den Ostkirchen im Sinne der Ökumene geschaffen“, wird betont.
Bischofshof wehrt sich gegen Instrumentalisierung
Die Aussagen der FPÖ seien hingegen ein gezieltes Spiel mit den Ängsten der Menschen. „Es handelt sich hierbei um eine bewusste Desinformation, die darauf abzielt, ein religiöses Bauprojekt politisch zu instrumentalisieren und die Bevölkerung zu spalten“, wird aus dem Bischofshof mitgeteilt. Dagegen verwehre man sich. Auch die Abwicklung des Projekts sei absolut offen und nachvollziehbar. „Dass der Bau durch die Expertise der Projektentwicklung Burgenland begleitet wird, ist kein Geheimnis, sondern eine öffentlich bekannte Tatsache. Diese Information ist für jedermann transparent auf den Bautafeln vor Ort in Bruckneudorf abzulesen.“
Ort des Dialogs
Die neue Pfarrkirche zur hl. Mutter Teresa soll übrigens nach der Fertigstellung „ein Ort des Gemeinsamen und des Dialogs“ sein. Einen ersten Schritt in diese Richtung könnte man ja schon jetzt setzen.
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