Öl-Hammer

Vereinigte Arabische Emirate verlassen die OPEC

Ausland
28.04.2026 14:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben überraschend ihren Austritt aus dem Öl-Kartell OPEC sowie der OPEC+ angekündigt. Der Schritt werde am 1. Mai erfolgen, hieß es am Dienstag.

Hintergrund dieses Schrittes ist, dass die Emirate wegen des Iran-Kriegs schwere Vorwürfe gegen andere arabische Staaten erhoben haben. Der Austritt mit 1. Mai ist ein schwerer Schlag für die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC, Sitz in Wien).

Als De-facto-Anführer des Bündnisses mit derzeit noch 12 Mitgliedern gilt Saudi-Arabien. Die Mitgliedsstaaten sind für rund 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion verantwortlich und horten 75 Prozent der globalen Erdölreserven. Der Verlust des langjährigen Mitglieds droht die OPEC zu schwächen, die trotz interner Meinungsverschiedenheiten über Geopolitik oder Förderquoten meist um ein geschlossenes Auftreten bemüht war.

Für US-Präsident Donald Trump ist der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate dagegen ein großer Erfolg. Er hatte der Organisation vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“. Trump hatte zudem die militärische Unterstützung der USA für die Golfstaaten mit den Ölpreisen verknüpft: Während die USA die OPEC-Mitglieder verteidigten, nutzten diese die Situation durch hohe Preise aus.

Zerwürfnis mit arabischen Nachbarstaaten
Dem Austritt war scharfe Kritik der VAE an anderen arabischen Staaten vorausgegangen. Das Land, das als regionales Wirtschaftszentrum und einer der wichtigsten Verbündeten Washingtons gilt, warf seinen Nachbarn vor, es während des Krieges nicht ausreichend vor den zahlreichen iranischen Angriffen geschützt zu haben.

Anwar Gargasch, diplomatischer Berater des Präsidenten der VAE, hatte am Montag auf dem „Gulf Influencers Forum“ – einem Treffen regionaler Entscheidungsträger – das Vorgehen der arabischen Staaten und der Golfregion bemängelt. Die Länder des Golf-Kooperationsrates hätten einander zwar logistisch unterstützt, politisch und militärisch sei ihre Position jedoch „auf einem historischen Tiefpunkt“ gewesen, sagte Gargasch. „Von der Arabischen Liga habe ich diese schwache Haltung erwartet und bin daher nicht überrascht, aber vom Kooperationsrat hätte ich sie nicht erwartet und bin darüber verwundert.“

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