Schiri unter Beschuss

Für diese Geste wird jetzt WM-Ausschluss gefordert

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Von krone Sport

Das hätte er sich besser anders überlegen sollen: Beim WM-Spiel zwischen Deutschland und Curaçao sorgte eine Geste des Videoschiedsrichters Shaun Evans für heftige Diskussionen. Nun werden Forderungen nach einem WM-Ausschluss laut und die FIFA untersucht den Vorfall.

Als die Kameras das Video-Schiedsrichter-Studio einfingen, war zu sehen, wie Evans mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis formte und die übrigen Finger ausstreckte. Im Internet wurde daraufhin der Vorwurf laut, der Australier habe eine sogenannte „White-Power“-Geste gezeigt. Die Handbewegung wird seit einigen Jahren von rechtsextremen Gruppen und Anhängern der White-Power-Bewegung als Erkennungszeichen missbraucht. Die drei ausgestreckten Finger sollen dabei ein „W“ darstellen, während Kreis und Handgelenk zusammen als „P“ interpretiert werden.

Allerdings hat die Geste auch andere Bedeutungen. Ursprünglich gilt sie als klassisches Zeichen für „alles in Ordnung“. Unter Jugendlichen ist sie zudem als Spiel bekannt, bei dem jemand versucht, andere dazu zu bringen, in den gebildeten Kreis zu schauen.

FIFA äußert sich nicht
Wie „The Athletic“ berichtet, hat die FIFA den Vorfall zur Kenntnis genommen. Der Weltverband wollte sich dazu zunächst ebenso wenig äußern wie Evans selbst.

Deutlich schärfer reagierte das Antidiskriminierungsnetzwerk „Fare“, das sich auf die Bekämpfung von Ungleichheiten im Fußball spezialisiert hat. In einer Stellungnahme heißt es: „Nach Einschätzung unserer Experten ähnelt die verwendete Geste eindeutig einem auf den Kopf gestellten ,OK‘-Zeichen, das in rechtsextremen Kreisen weltweit als Symbol für ,White Power‘ verwendet wird.“

„Er sollte bei dieser WM keine Rolle mehr spielen“
Weiter erklärte die Organisation: „Warum verwendet ein VAR-Beauftragter dieses Symbol bei einem internationalen Fußballturnier, gerade in dem Moment, in dem er weiß, dass die Kameras auf ihn gerichtet sind? Das kann nur bedeuten, dass er absichtlich ein rechtsextremes Neonazi-Symbol zeigt.“

Daraus leitet „Fare“ eine klare Forderung ab: „Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser WM keine weitere Rolle mehr spielen sollte.“

Vorsicht bei Interpretation
Die Anti-Defamation League (ADL) führt das Symbol zwar als Hasszeichen, weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass bei der Bewertung besondere Vorsicht geboten sei. Laut der Organisation sollte man aufgrund der unterschiedlichen Bedeutungen der Geste „keine voreiligen Schlüsse über die Absicht einer Person ziehen sollte, die diese Geste verwendet hat.“

Shaun Evans zählt zu den erfahrensten Schiedsrichtern Australiens. Er leitete mehr als 200 Spiele in der A-League und war bereits bei der WM 2022 in Katar als Video-Assistent im Einsatz. Ob der Vorfall Konsequenzen haben wird, ist derzeit offen.

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