Kritik an FPÖ und ÖVP

Renaturierung: Gewessler ortet „Rückwärtsgang“

Steiermark
24.04.2026 14:19

Mit der Kampfansage „Holen wir uns zurück, was verloren gegangen ist“ rufen die Grünen den Renaturierungspreis 2026 aus. Leonore Gewessler und Sandra Krautwaschl kritisieren Bundes- und Landesregierung für Autobahnprojekte und Abschussverordnungen harsch.

Im Jahr 2024 wurde die Renaturierung gesetzlich auf EU-Ebene verankert. Gemeinsam setzte man sich klare Ziele für die Wiederherstellung gesunder Böden, intakter Flüsse und artenreicher Moore. Und das mit der entscheidenden Stimme Österreichs, konkret mit jener der damaligen Umweltministerin Leonore Gewessler, die mit ihrem Alleingang den Koalitionspartner ÖVP verärgerte: „Ich kann mich noch gut an den entscheidenden Moment erinnern“, sagt sie.

Jetzt, zwei Jahre später, stellt die Grünen-Chefin jedoch nüchtern fest: „Die Umsetzung scheitert sowohl an Bundes- als auch Landesregierung.“ Bis zum 1. September müsste Österreich einen konkreten Umsetzungsplan vorlegen, doch Gewessler ist wenig optimistisch. Sie wirft Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und Umweltlandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) vor, sie würden sich nicht für unsere Natur und Heimat interessieren. Ihre Beispiele: „Die dritte Spur auf der A9 zerstört fruchtbare Böden, der Lobautunnel geht mitten durch ein Naturschutzgebiet.“

Sandra Krautwaschl, Landessprecherin der steirischen Grünen, schlägt in die gleiche Kerbe: „Amesbauer lässt sich gerne in Naturschutzgebieten fotografieren, aber der Schutz der Natur und dadurch der Menschen wird nicht ernst genommen.“ Unter anderem kritisiert sie, dass in der neuen Verordnung 84 Biber pro Jahr zum Abschuss freigegeben werden, „die uns vor Überschwemmungen schützen könnten“.

Renaturierungspreis gestartet
Gemeinsam rufen die zwei Frauen dazu auf, den Vorwärts- statt den „Rückwärtsgang“ einzulegen: „Holen wir uns zurück, was verloren gegangen ist.“ In der zweiten Ausgabe des steirischen Renaturierungspreises wollen sie Projekte für Naturschutz und Artenvielfalt auszeichnen. Der Preis ist mit insgesamt 9000 Euro dotiert – die Einreichfrist hat bereits begonnen. „Wir wollen sichtbar machen, was möglich ist“, sagt Krautwaschl.

Sandra Krautwaschl, Ruth Jaroschka und Leonore Gewessler (v. l.) vor dem „Tiny Forest“ des ...
Sandra Krautwaschl, Ruth Jaroschka und Leonore Gewessler (v. l.) vor dem „Tiny Forest“ des Mosaik(Bild: Die Grünen)

Sichtbar wird das bereits im Innenhof des Mosaik, einem Grazer Unternehmen im Behindertenbereich. Das Projekt „Tiny Forest“ wurde im ersten Durchgang des Renaturierungspreises ausgezeichnet. „Wir haben über 200 Bäume auf kleinster Fläche gepflanzt und so einen Minikosmos in der Stadt geschaffen“, sagt Geschäftsführerin Ruth Jaroschka. Der Stadtgarten lädt nun Mitarbeiter zu einer Pause im Grünen ein.

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